Ein großes, fröhliches Fest

„So, los geht´s“, war um 10.30 Uhr die Ansage von Landesposaunenwart Daniel Salinga. Und mit „Ein feste Burg ist unser Gott“ haben Bläserchöre am ersten Juli den Kreiskirchentag eröffnet.

Der Kreiskirchentag in Dortmund

„So, los geht´s“, war punktgenau um 10.30 Uhr die Ansage von Landesposaunenwart Daniel Salinga. Und mit „Ein feste Burg ist unser Gott“ haben Bläserchöre am ersten Julisamstag auf der großen Bühne vor der Stadtkirche St. Reinoldi den Kirchentag des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund eröffnet.

Genau zur Mitte des Reformationsjahres hatte der Kirchenkreis mit seinen 28 Gemeinden dafür gesorgt, dass die Dortmunder City in eine besondere Atmosphäre getaucht wurde. „Hier sind Sie richtig“, kündigte Superintendent Ulf Schlüter an und ergänzte mit Blick auf die mäßigen Wetterverhältnisse: „Wenn Sie wasserfest sind, erleben Sie heute einen großartigen Tag.“

Kirche der Stille in St. Petri

Ein großartiger Tag: bunt und actionreich, spannend und spielerisch ging es zu zwischen den beiden Stadtkirchen St. Reinoldi und St. Marien. Einen Kontrapunkt setzte St. Petri. Nicht laut, sondern leise und ruhig präsentierte sich die dritte der Dortmunder Stadtkirchen als evangelischen Gegenpol des Festes, als Kirche der Stille. Ihre Tore hatte sie geöffnet zur meditativen Einkehr.

Hans Leyendecker hält Bibelarbeit

Nach den Bläserchören, dem klingenden Markenzeichen der evangelischen Kirche, folgte der erste aus einer Reihe prominenter Gäste. Der Journalist und Autor Hans Leyendecker, gerade zum Präsidenten des 37. Evangelischen Kirchentages gewählt, der im Juni 2019 ebenfalls in Dortmund stattfinden wird, hielt eine Bibelarbeit. „Leyendecker“, so stellte ihn Schlüter vor, „kennt sich seit Jahrzehnten aus mit der Bibel und dem Kirchentag, mit Dortmund und dem BVB.“

Buntes Bühnenprogramm und Talk an Reinoldi

Fröhliche Musik, spannende Beiträge, Theater, Poetry-Slam und Kabarett mit den neuesten Neuigkeiten aus Schnöttentrop sowie hochkarätige Gäste wechselten sich auf der Bühne ab. Der Autor und Grimme-Preisträger Ralf Caspers sprach mit Schülerinnen und Schülern über Gott und die Religion, der Liedermacher Gerhard Schöne präsentierte Auszüge aus seinem Repertoire. Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Präses Annette Kurschus waren zum „Talk an Reinoldi“ mit Superintendent Schlüter gekommen. Moderiert hatte das Bühnenprogramm Annette Jaciuk von Radio 91,2.

Aktionen und Infos zwischen St. Reinoldi und St. Marien

Daneben lief rund um die Kirchen für Groß und Klein ein Aktionsprogramm mit Skylift zum „einfach frei“ schweben, einem Kinderdorf und Luthers Thesentür. Die evangelische Jugend sammelte an ihr Veränderungswünsche an die Kirche. Direkt nebenan informierte der Deutsche Evangelische Kirchentag über das Kirchentagsgroßereignis in zwei Jahren. Das Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung kam über sein „Smoothiemobil“ ins Gespräch zu Fragen von Frieden und Gerechtigkeit. An langen Tafeln hatten die Kirchengemeinden aus Dortmund, Lünen und Selm zu Tisch gebeten.

Abschlussgottesdienst in St. Marien

Seinen Abschluss fand das Nachmittagsprogramm mit einem Gottesdienst in der benachbarten Stadtkirche St. Marien. “Zur Freiheit hat uns Christus befreit”, so sein Motto. Überraschend dabei: mit der Aktion “Hundert Talare, tausend Rosen, Segen für die Stadt” waren Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenschiff unterwegs, um die Gottesdienstbesucher mit einem Rosen-Präsent zu erfreuen.

Oratorium "The Peacemakers"

Abends ging es in St. Reinoldi mit Musik weiter. Ein großer Projektchor führte in der vollbesetzten Reinoldikirche das Chorwerk „The Peacemakers“ des walisischen Komponisten Karl Jenkins auf. Das Opus ist eine Hommage an Menschen, die sich für den Frieden eingesetzt haben. „Blessed are the Peacemakers“ hieß gleich das erste der 17 Musikstücke. Eng angelehnt an Matthäus: „Selig sind die, die Frieden stiften.“ Ein schöner Ausklang eines großartigen Tages.

Foto: Stephan Schütze
Auf der Bühne neben und rund um St. Reinoldi bot der Kreiskirchentag ein buntes und fröhliches Programm.