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08.10.2021

Keine Angst vor Mullverband und Stethoskop

Kuscheltierklinik in der Kindertagesstätte Brechtener Heide

Dem Teddy geht es heute nicht gut, was mag er nur haben? Eine gebrochene Tatze vielleicht? Oder einen verdorbenen Magen, möglicherweise hat er etwas Schlechtes gegessen. Am Ende hat er vielleicht sogar Corona? In der Evangelischen Kindertagesstätte Brechtener Heide konnte das jetzt gründlich untersucht werden. Denn für einen Vormittag war ein Arzt gekommen, um in den Räumen des Kindergartens eine ‚Kuscheltierklinik‘ einzurichten.

Dr. Robert Kirstein, in der Regel praktiziert er als Oberarzt an seiner eigentlichen Wirkungsstätte in der Abteilung für Chirurgie am Klinikum Westfalen, hielt zusammen mit seiner Frau Sarah, die ebenfalls Ärztin ist, und Krankenhaus-Projektmanagerin Johanna Nijhof Sprechstunde für Kuscheltiere. Für viele Kinder war dieser Arztbesuch im eigenen Kindergarten ein erstes bewusstes Wahrnehmen, was ein Arzt tut, wie er untersucht und warum er die eine oder andere Entscheidung trifft.

Und die Kuscheltiermütter und -väter durften auch selbst einmal ihr Tier mit dem Stethoskop abhören, ihnen ein Fieberthermometer halten, bei einem Verband assistieren oder am Ende der Behandlung eine bunte Smartie-Tablette verabreichen, beispielsweise wenn die Diagnose Bauchweh hieß.

Wenn Kinder auf diese Weise spielerisch eine Behandlungssituation erleben, werden sie voraussichtlich mit weniger Angst in ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis gehen, wenn es wirklich einmal vonnöten sein sollte. Robert Kirstein ist davon überzeugt, dass Aktionen wie diese in der Kita Brechtener Heide den Kindern Mut machen und ihnen Ängste vor der unbekannten Situation im Krankenhaus nehmen. Und auch Nicole Kieseheiser, die Leiterin der evangelischen Kindertageseinrichtung, pflichtet ihm bei. Sie freute sich über die Chance für ihre Kinder, richtigen Ärzten in der eigenen Kita über die Schulter blicken zu können.

Alle 105 Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte durften dem Ärzteteam einen ihrer Lieblinge vorstellen. Sie hatten sich ausgedacht, was ihm fehlt und entsprechend ging die Behandlung vonstatten. Frieda und Justus, vier und zwei Jahre alt, brachten ihren Plüschhund vorbei, selbstverständlich, wie die Erwachsenen auch, mit Corona-Schutzmaske ausgestattet. Ihre Sorge um das Stofftier – und die Behandlung, die ihm widerfahren würde – war ihnen anzusehen. Am Ende gingen alle, Hund wie Kinder, fröhlich und gesund in ihre Gruppen zurück. Für die Kinder der Brechtener Heide war es ein aufregender Tag. Und für das engagierte Ärzte-Ehepaar Kirstein eine gelungene Premiere in einer Kuscheltierklinik.

Frieda und Justus brachten ihre Kuscheltiere zur Untersuchung. Die vollzogen v.l.: Johanna Nijhof und die Dres. Robert und Sarah Kirstein.
Foto: Stephan Schütze