15.02.2021

Lünen lädt ein zum Klimafasten

Stadt, Kirche und weitere Partner*innen werben für nachhaltiges Verhalten

"Sieben Wochen ohne" – die Fastenaktion zur Passionszeit ist seit langem bekannt. Viele Menschen schließen sich in jedem Jahr an. Sie verzichten auf Schokolade, Alkohol, manchmal auch liebgewordene Gewohnheiten wie Fernsehen oder Computerspiele. Vielerorts laden Kirchengemeinden und Aktionsgruppen in diesem Jahr zu einer anderen Art des Fastens ein – dem "Klimafasten".

In Lünen hat sich ein breites Bündnis zusammengetan, um für die Fastenaktion zwischen Aschermittwoch und Ostern zu werben. Sogar die Stadtverwaltung ist an vorderster Front dabei, am Rathaus hängt ein Banner, das für die Teilnahme am Klimafasten in Lünen wirbt.

Ziel beim gemeinsamen Klimafasten soll es sein, das eigene Alltagsverhalten näher unter die Lupe zu nehmen und selbstkritisch zu hinterfragen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Frage nach einer globalen Generationengerechtigkeit kann, wer mitmacht, in der Fastenzeit ausprobieren, sich selbst ein wenig klimafreundlicher und nachhaltiger zu verhalten. Dabei steht nicht allein der Verzicht im Vordergrund, sondern auch der mögliche Zugewinn, den die/der Fastende selbst und die Allgemeinheit durch die Änderung von Gewohnheiten erlangen. Und auch Spaß und Genuss dürfen durchaus mit dabei sein.

Häufiger das Fahrrad nehmen, statt ins Auto zu steigen, kann eine Maßnahme sein, die sich Mitfastende vornehmen. Das Einsparen beim Stromverbrauch gehört ebenfalls dazu – oft leicht zu realisieren, wenn nur die ganze Familie darauf achtet, beim Verlassen von Räumen das Licht auszumachen oder Stereoanlage, Fernseher und PC nicht im Standby-Modus zu lassen sondern auszuschalten. Auch der Wechsel des Stromanbieters hin zu zertifiziertem Ökostrom kann eine sinnvolle Veränderung bedeuten – und ist nicht zwingend teurer fürs eigene Budget.

Einen wesentlichen Teil der Alltagsgewohnheiten nimmt die Ernährung ein. Hier kann man ausprobieren, verstärkt regionale Produkte zu kaufen, wenn möglich aus ökologischer Landwirtschaft. Wer nicht schon Vegetarier ist, kann sich vornehmen, mehrmals in der Woche bewusst auf Fleisch zu verzichten. Auch das reduziert den CO2-Ausstoß und kann durchaus genussvoll sein; möglicherweise finden viele der ausprobierten Handlungsweisen über die Passionszeit hinaus den Weg ins eigene, neu erfahrene Alltagsleben.

Neben der Stadtverwaltung haben in Lünen die Evangelische Stadtkirche, die Lüner Initiative gegen globale Armut und die Stadtwerke Lünen zum Klimafasten aufgerufen. Mit dabei sind auch das Foodsharing Lünen, der ADFC Lünen sowie der Gahmener Hof.

Weitere Infos gibt es unter:

Foto: © Stadt Lünen
Sie zeigen das Werbebanner fürs Lüner Rathaus, v.l.: Sandra Osowski (Klimaschutzmanagerin Stadt Lünen), Anja Paechnatz (Nachhaltigkeitsbeauftragte), Arnold Reeker (Technischer Beigeordneter der Stadt Lünen), Dr. Katrin Stückrath (Lüner Initiative gegen globale Armut) und Pfarrer Udo Kytzia (Evangelische Stadtkirche).
Foto: © Stadt Lünen