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16.03.2022

Widerstehen ist eine Sache des Glaubens

Evangelischer Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus erinnert an die westfälische Bekenntnissynode von 1934 in Dortmund

Vor 88 Jahren, am 16. März 1934, kam es in Dortmund in der Stadtkirche St. Reinoldi zum Showdown. Naziorientierte Kräfte in der Kirche, die „Deutschen Christen“, versuchten die Westfälische Kirche zu übernehmen und ihr das nationalsozialistische Führerprinzip überzustülpen.

Als sie damit nicht durchkamen, riefen sie die Polizei, um die Versammlung gewaltsam zu beenden. Aber bekenntnistreue Kräfte um Präses Koch waren vorbereitet und gründeten in einem nahegelegenen Gemeindehaus die 1. Westfälische Bekenntnissynode. Sie bildete reichsweit die erste Synode dieses Namens, noch vor der bekannten Bekenntnissynode in Wuppertal-Barmen im Mai 1934.  Zwei Tage später fand zudem in der Westfalenhalle der Rheinisch-Westfälische Gemeindetag „Unter dem Wort“ statt. 25.000 spontan teilnehmende Menschen waren eine deutliche Demonstration für den Einfluss der Bekennenden Kirche.

Der Dortmunder Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus erinnert unter dem Motto „Widerstehen – einst und jetzt“ alljährlich an die kirchengeschichtlich bedeutsamen Ereignisse vom 16. März 1934. Denn der Arbeitskreis hat sich in Auseinandersetzung mit den heutigen Nazis in der Stadt gegründet. „Auch wenn die Umstände damals und heute schwerlich vergleichbar sind“, meint Pfarrer Friedrich Stiller, Sprecher des Arbeitskreises, „ist es doch wichtig, an diese Tradition zu erinnern.

Damals wie heute gilt, dass das Widerstehen gegen den Rechtsextremismus eine Sache des Glaubens ist. Es erinnert uns auch daran, dass Demokratie und Religionsfreiheit kein Selbstläufer sind, sondern unseren Einsatz erfordern.“

Der Arbeitskreis, der seit 2012 besteht, hat sich zuletzt ausführlich auch mit dem aktuellen Rechtspopulismus auseinandergesetzt und ihn als nicht wählbar aus christlicher Sicht bezeichnet. Wer mehr wissen willen, kann sich dazu unter www.christen-rechts.de informieren.

Stadtrundgang: „Rechtsextremismus in Dortmund– eine Stadt wehrt sich“

Außerdem gibt es einen verfilmten Stadtrundgang „Rechtsextremismus in Dortmund– eine Stadt wehrt sich“ des Arbeitskreises:

Informationen des Arbeitskreises

Wer selbst aktiv werden möchte, schreibe gerne an den Arbeitskreis Christ*innen gegen Rechtsextremismus. Er versendet einen Newsletter und lädt regelmäßig zu Aktionen und Veranstaltungen ein. Kontakt unter rgv(at)ekkdo.de 

Grafik: EvKkDo/RGV
Grafik: EvKkDo/RGV

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Rechtsextremismus in Dortmund – eine Stadt wehrt sich Ein filmischer Stadtrundgang des Arbeitskreises „Christ*innen gegen Rechtsextremismus“.