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03.06.2019

Fastenbrechen beim Islamseminar

Eine Zeit der Solidarität und der Toleranz

Reis und Kartoffeln, Fleisch und Vegetarisches, verschiedene Salate, Suppe und die Süßspeise Baklava – die Auswahl an Leckereien in der Moschee des Verbandes der Islamischen Kulturzentren in der Bachstraße ließ nichts zu wünschen übrig. Eingeladen zum Iftar, dem Fastenbrechen während des Ramadans, hatte das Dortmunder Islamseminar, genauer: die Muslime im Trägerkreis des Islamseminars.

Der islamische Fastenmonat Ramadan ist „eine Zeit für Solidarität, gegenseitige Hilfe und mehr Toleranz“, so Emre Gülenc vom Rat der Muslimischen Gemeinden. Während des Fastens und während des Gebets würde man Gott „von Angesicht zu Angesicht begegnen“, sagte Imam Ahmad Aweimer in seinem Vortrag „Ramadan, Monat der Begegnung“.

Mittlerweile 26 Jahre alt ist die Tradition, dass die Muslime aus dem Islamseminar gemeinsam mit ihren christlichen Freunden das Fastenbrechen begehen. Mit dabei war auch Rabbiner Baruch Babaev, der „unseren Brüdern Moslems“ die Grüße der jüdischen Kultusgemeinde überbrachte. Wie wichtig den Abrahamsreligionen, der Kommune und der Polizei das gegenseitige Verstehen und der Austausch zwischen Islam, Judentum und Christentum sind, zeigte die Anwesenheit einer ganzen Reihe von Gästen und offiziellen Vertretern der Stadtgesellschaft und der Kirchen.

„Vielfalt, gutes Zusammenleben, interreligiöser und interkultureller Austausch sind in Dortmund Realität“, so fasste es Stadträtin Birgit Zoerner zusammen. Friedhelm Sohn, Vorsitzender im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie der Stadt, betonte gegenüber seinen „lieben Nachbarn“, dass alle, „ob mit oder ohne Migrationshintergrund, unsere Stadt und unser Land repräsentieren“. Mit „Shalom, Salem Aleikum und guten Abend“ begann Klaus Wegener, Präsident der Auslandsgesellschaft NRW, sein Grußwort. Er findet es „toll“, in seiner Heimatstadt in eine Moschee gehen zu können „und hier Muslime, Juden und Christen zu treffen“.

Pfarrer Ralf Lange-Sonntag, Islambeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen, überbrachte die Grüße der Landeskirche. Mit Blick auf die aktuellen Ergebnisse der Europawahl unterstrich er „unsere Aufgabe als Weltreligionen“ aufzuzeigen, dass es „um mehr geht als nur um nationales Interesse“. Ähnlich Pater Jürgen Heite aus dem Leitungsgremium des Katholischen Forums: „Wir sind eine Menschheitsfamilie und gehören zusammen.“

Foto: EvKkDo
Imam Ahmad Aweimer bei seinem Vortrag über „Ramadan, Monat der Begegnung“. Foto: EvKkDo