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30.08.2021

Später Abschied

Schon seit eineinhalb Jahren ist Dr. Karsten Schneider Superintendent in Unna

Auch dafür ist Corona verantwortlich: bei Abschied und Willkommen konnten mancherorts geübte und gemeinhin erwartete Formen und Rituale nicht eingehalten werden. So in der Philippus-Kirchengemeinde in Dortmund-Kirchhörde. Dort war Dr. Karsten Schneider 19 Jahre lang Gemeindepfarrer, bevor er im Februar 2020 zum Superintendenten im Kirchenkreis Unna gewählt wurde. Seit Mai vergangenen Jahres hat er die neue Position inne. Doch ein gebührender Abschied an der alten Wirkungsstätte war bislang nicht möglich gewesen.

Das wurde jetzt endlich nachgeholt. Ende August wurde Dr. Karsten Schneider im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in der Kirchhörder Patrokluskirche formal verabschiedet. Superintendentin Heike Proske nahm die offizielle Entpflichtung vor. So kann der ehemalige Gemeindepfarrer seine Wirkungs- und Lebensstation in der Philippus-Gemeinde jetzt auch offiziell abschließen.

Und auch ein Gottesdienst zur Einführung ins neue Amt in Unna ist bislang noch nicht erfolgt, obwohl Schneider doch schon seit fast eineinhalb Jahren die Aufgabe, für die er gewählt worden ist, wahrnimmt. Die entsprechende Urkunde hatte die westfälische Präses Dr. Annette Kurschus ihm schon in kleinem Kreis überreicht. Der Einführungsgottesdienst wird aber erst jetzt, am 17. September stattfinden. Dann wird auch Schneiders Vorgänger im Amt des Superintendenten, Hans-Martin Böcker offiziell verabschiedet.

Der promovierte Theologe Schneider studierte in Marburg, Bonn, Bochum und Rom Evangelische Theologie, Philosophie und Geschichte. Nach dem Vikariat in Bochum und der ersten Pfarrstation in Witten übernahm er im Jahr 2001 die Pfarrstelle in der damaligen Evangelischen Kirchengemeinde Kirchhörde, die sich in den Folgejahren mit den Gemeinden in Brünninghausen und Löttringhausen zur Evangelischen Philippus-Kirchengemeinde Dortmund zusammenschloss.

Mit Mitte fünfzig reizte es den engagierten Gemeindepfarrer, der im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund unter anderem den Vorsitz des Fachausschusses Bildung innehatte, noch einmal eine neue Aufgabe zu übernehmen. Zwar vermisse er gelegentlich den direkten Kontakt zu den Gemeindegliedern, den er zuvor im Gemeindepfarramt auf intensive Weise gehabt habe, bekannte Karsten Schneider in einem Interview nach einem Jahr im neuen Amt, aber die neue Tätigkeit mache ihm viel Spaß - trotz so mancher großen Herausforderung. Als Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Unna ist er verantwortlich für das Zusammenwirken von 13 Kirchengemeinden und bemüht sich in leitender Funktion, die Evangelische Kirche in der Region trotz immer schwierigerer Rahmenbedingungen in eine positive Zukunft zu führen.

Dass Karsten Schneider gerne in die Dortmunder Philippus-Gemeinde zurückkam und hier nach wie vor gern gesehen ist, wurde beim Abschiedsgottesdienst in der Patrokluskirche deutlich. Hier hatte er fast zwei Jahrzehnte lang Akzente gesetzt. Seine große Erfahrung als Gemeindepfarrer kommt ihm jetzt als Superintendent zugute.

Foto: Stephan Schütze
Superintendentin Heike Proske (vorne links) entpflichtete Dr. Karsten Schneider (vorne rechts) in der Patrokluskirche, seiner ehemaligen Predigtstätte, vom Amt des Gemeindepfarrers. Mit dabei zahlreiche Weggefährt*innen aus der Philippus-Gemeinde.
Foto: Stephan Schütze