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26.06.2020

„Für die Menschen da sein“

Evangelische Kirche in Dortmund stellt sich gegen die Schließung von Galeria Karstadt Kaufhof

„Die Wirtschaft ist für die Menschen da.“ Das postulierte Pfarrer Friedrich Stiller, Leiter des Referats für Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund, vor dem Karstadt-Warenhaus am Dortmunder Westenhellweg, das wie zwei weitere Häuser der Kette in Dortmund geschlossen werden soll. Stiller war einer der Redner auf der Demonstration gegen die drohenden Schließungen, die am 26. Juni in der Dortmunder Innenstadt stattfand.

Schon einen Tag zuvor hatten Superintendentin Heike Proske und Pfarrer Friedrich Stiller seitens des Kirchenkreises ihre tiefe Sorge über die Entwicklung geäußert. Insbesondere die Situation der Mitarbeitenden, aber auch die Folgen der Schließungen für den Standort Dortmund nahmen sie in ihrer Erklärung in den Blick. „Wir bitten die Verantwortlichen dringlich, ihre Entscheidung zu überdenken. Zugleich bieten wir dem Betriebsrat unsere Unterstützung an“, so Proske und Stiller.

Wie auch der stellvertretende Propst der Katholischen Stadtkirche Michael Vogt stellte Friedrich Stiller auf der Demonstration klar, dass Wirtschaft aus Sicht einer christlichen Wirtschaftsethik immer dem Menschen und dem Leben dienen müsse.

„Wirtschaft ist kein Selbstzweck“, so Stiller. Die Ankündigung, gleich drei Warenhäuser in Dortmund zu schließen und auch die Art und Weise, wie das vonstattengehe, lasse ihn jedoch im Falle von Galeria Karstadt Kaufhof daran zweifeln.

Schon vor 20 Jahren hätten die Kirchen eine Denkschrift veröffentlicht unter dem Titel: „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“. Um beides gehe es auch heute. Es könne nicht gerecht sein, wenn die Unternehmensleitung nicht einmal erkläre, aus welchem Grund sie diese weitreichende Entscheidung treffe.

Die Belegschaften der betroffenen Häuser verdienten jetzt Solidarität. Die, so Stiller, komme aus weiten Teilen der Bevölkerung – und sehr entschieden auch von Seiten der Evangelischen Kirche. „Wir können Euch zusagen: Wir stehen an Eurer Seite“, rief Pfarrer Friedrich Stiller den Beschäftigten von Galeria Karstadt Kaufhof und Karstadt Sports zu.

Foto: EvKkDo
Rund 150 Menschen demonstrierten gegen die Schließung der Warenhäuser. Darunter die Betriebsräte aller 22 betroffenen Häuser in NRW, Vertreter der Stadt Dortmund, Parteien und Kirchen.
Foto: EvKkDo