Viertelsternstunde

Advent in St. Reinoldi mit Geschichten, Musik und Überraschung.

Er ist nicht zu übersehen. Gute drei Meter groß ist Thomas Wachsmann; zugegeben schafft er diese Höhe erst dann, wenn er auf seinen Stelzen steht. Weiß gekleidet, in der rechten Hand eine Bibel, in lila Seide eingeschlagen, und in der linken einen leuchtenden Stern, ist er der Hingucker auf dem Weihnachtsmarkt.

Und doch ist er „nur“ ein Bote. Ein Bote, der neugierig macht, einen zum Lächeln bringt oder auch irritiert. Und so lädt er ein zur ViertelSternStunde in die Stadtkirche St. Reinoldi. 15 Minuten Ruhe und Pause, Geschichten und Musik, Gebet und auch Überraschung. Diese Möglichkeit, miteinander jeden Abend Advent zu feiern, bietet St. Reinoldi in der Vorweihnachtszeit.

Ab 17.30 Uhr kündigt der ViertelSternStunden-Bote es im Trubel des Weihnachtsmarktes  und im Lichtermeer des Westenhellwegs an. Was ab 18 Uhr in der Stadtkirche folgt, ist nur sehr ungenau mit dem Begriff „besondere Adventsandacht“ umschrieben. „Es ist“, so Susanne Karmeier, „ein Adventskalender mit magischen Momenten.“

Karmeier ist Pfarrerin an der Stadtkirche St. Reinoldi und eine der Inspiratorinnen der Viertelsternstunde. Bereits im vierten Jahr bietet sie zusammen mit dem Abendgebetsteam St. Reinoldi diese viertel Stunde Adventsglück an. Wie beim klassischen Adventskalender versteckt sich hinter jedem Türchen eine Überraschung.

Hier sind es die immer neuen Geschichten. Jeden Abend wird eine erzählt. In diesem Jahr sind es Geschichten von schrägen Momenten und lichten Augenblicken. „Mitten im Brüchigen und ganz Alltäglichen lassen sie etwas Neues aufleuchten – oft unerwartet“,  sagt Karmeier, „und verweisen, mal ernst, mal augenzwinkernd darauf, dass Warten auf Weihnachten mehr ist als Plätzchenduft, Kerzenschimmern und hektisches Getriebe“.

Ihr Leitwort in diesem Jahr: „Mache dich auf und werde …“ Der Bote und Stelzenmann bleibt natürlich auch dabei. Kantor Klaus Eldert Müller begleitet die 15 Minuten mit klassischen Adventsliedern, allerdings mit ungewöhnlichem Klang, nämlich auf einem Akkordeon. „Er bringt die Luft zum vibrieren“, begeistert sich Karmeier.

Die ungewöhnliche viertel Stunde Advent hat immer mehr Anhänger gefunden. „Bis zu 400 Besucherinnen und Besucher sind gekommen.“, so die Pfarrerin. Und viele von ihnen nehmen das anschließende Angebot wahr, sich persönlich segnen zu lassen. „Für die, die kommen, eine berührende Kraftminute.“

ViertelSternStunde

1. Dezember bis 23. Dezember (täglich außer dem 2., 9., 15. und 16. Dezember)
jeweils ab 18 Uhr in der Ev. Stadtkirche St. Reinoldi.
Auf den jeweiligen Abend kann man sich schon tagsüber freuen – denn einen Vorgeschmack auf die Geschichte des Abends gibt es schon morgens unter

Foto: Stephan Schütze
Der Drei-Meter-Bote lädt zur Viertelsternstunde in St. Reinoldi ein. Foto: Stephan Schütze