22.01.2021

Traditioneller Reinoldustag im Online-Format

Evangelische und Katholische Kirche in Dortmund sandten Segen und Gebet zum Neuen Jahr per Video

Er ist in Dortmund Tradition: der Reinoldustag. Immer am dritten Donnerstag im Januar eines Jahres laden dazu gemeinsam die Evangelische und die Katholische Kirche in der Stadt ein. Vertreterinnen und Vertreter aus den Kirchen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft feiern miteinander einen ökumenischen Gottesdienst. Die Kirchen richten Wünsche und politische Erwartungen an die Stadt, und der Oberbürgermeister oder eine*r seiner Vertreter*innen erwidert darauf. Anschließend kommen die Gäste ins Gespräch und tauschen sich aus.

Üblicherweise findet dieser Neujahrsempfang der Kirchen in der Stadtkirche St. Reinoldi statt. Das war auch in diesem Jahr für den 21. Januar geplant. Schon beim Reinoldustag im vergangenen Jahr 2020 wurde der Termin in Aussicht gestellt. Doch mitten im Lockdown war ein Zusammentreffen vieler Menschen in der Kirche nicht möglich. So veröffentlichten die beiden Kirchen ihre traditionellen Neujahrswünsche an die Stadt in einer Videobotschaft auf den Internetseiten des Evangelischen Kirchenkreises und der Katholischen Stadtkirche.

Superintendentin Heike Proske und der stellvertretende Dechant der Katholischen Stadtkirche Michael Vogt gestalteten gemeinsam eine kurze Andacht, begleitet von Reinoldi-Kantor Christian Drengk an der neuen Chororgel. Heike Proske begrüßte die Gäste des virtuellen Neujahrsempfangs „vereint in der Sorge um unsere Stadt in diesem Jahr coronabedingt an den Bildschirmen.“ Gemeinsam mit dem stellvertretenden Stadtdechanten wünschte sie der Stadt Dortmund und ihren Bürger*innen Kraft und Zuversicht für die Zeit der Pandemie, getreu dem traditionellen Motto des Reinoldustages: ‚Segen für die Stadt – Beten für die Stadt‘. Der katholische Pfarrer Michael Vogt nahm Bezug auf die Jahreslosung der Evangelischen Kirche: ‚Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!‘ (Lukas 6,36). Man brauche heute nicht nur einen medizinisch wirksamen Impfstoff, „sondern auch Heilung für das Miteinander, sozusagen Impfstoff für die Seele.“

Von Seiten der Stadt Dortmund war Bürgermeister Norbert Schilff mit einem Grußwort zugeschaltet. Beiden christlichen Kirchen in der Stadt attestierte der Bürgermeister, in der Zeit der Pandemie für die Menschen da zu sein. Es sei hervorragend, dass es beispielsweise Online-Gottesdienste gebe, so Schilff. „Und ich bin begeistert, wie viele Menschen an diesen Gottesdiensten teilnehmen.“ Kirche präsentiere sich gerade jetzt modern, medial und selbstbewusst.

Der Neujahrsgruß und -segen der Kirchen sei in diesem Jahr aus der Reinoldikirche gekommen, sagte Superintendentin Heike Proske. Im nächsten Jahr hoffe sie, wieder auf traditionelle Weise in der Stadtkirche zum Reinoldustag begrüßen zu können.