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23.02.2021

Mut gemacht im Lockdown

Die Lüner Kantorin Jutta Timpe erhielt Preis für Zivilcourage

Man muss nicht im akuten Unglücksfall zum Lebensretter werden, um ein Held zu sein. Die Kirchenmusikerin Jutta Timpe, Kantorin an der Evangelischen Kirchengemeinde Lünen, darf sich zu den „Heldinnen und Helden der Corona-Pandemie“ zählen. Die Bürgerstiftung EmscherLippe-Land zeichnete die Musikerin mit dem Zivilcourage-Preis 2020 aus.

Sie sei sehr überrascht gewesen, als sie die Nachricht über die Preisverleihung per Mail erreicht habe, sagt Jutta Timpe. „Denn ganz viele Leute hätten diesen Preis eher verdient“, meinte sie, „Pfleger, Ärzte oder Lehrer beispielsweise.“ Etwas später kam dann aber doch die Freude über die Anerkennung. Besonders schön findet es die Kantorin, dass durch den Preis auch einmal der Fokus auf einen künstlerischen Input in Corona-Zeiten gerichtet werde. Denn für viele, vor allem freischaffende Künstlerinnen und Künstler sei die Situation, nicht auftreten zu können, sehr belastend, für einige sogar existenziell bedrohlich.

Preiswürdig fand die Bürgerstiftung Jutta Timpes kreativen Einsatz, mit ihrer Musik vielen Menschen im Lockdown Freude zu bereiten. Schon zu Beginn der Coronazeit im Frühjahr vergangenen Jahres hatte die Kirchenmusikerin begonnen, regelmäßig "Orgel-Spots" einzuspielen und sie über das Internet in die Welt zu schicken. Das tägliche "Lied des Tages", mal an der Orgel, mal am Klavier gespielt – mal mit kirchlichem, mal mit jahreszeitlichem Hintergrund -, habe in den ersten Monaten der Pandemie vielen Menschen Freude bereitet, befanden die Preisgeber. Jutta Timpes "Lied des Tages"‘ sei für viele zum Mutmacher in der schweren Zeit des Lockdowns im Frühjahr 2020 geworden.

Sie habe lediglich versucht, die Menschen mit Musik, Humor und Kreativität ein wenig bei Laune zu halten, sagt Jutta Timpe. „Ich wollte mit unseren künstlerischen Mitteln für seelische Nahrung sorgen.“ Das ist der Lüner Kantorin offensichtlich gelungen, auch über ihre Lüner Gemeinde hinaus. Ihre Musik hat vielerorts Hörerinnen und Hörer gefunden, auch solche, die den Weg in die Lüner Stadtkirche auf analogem Wege nicht gesucht hätten.

Neben den täglichen musikalischen Impulsen blieb die Kirchenmusikerin in vielfältiger anderer Weise künstlerisch aktiv. So war sie beispielsweise musikalisch federführend bei einem großen Gospel-Gottesdienst, der live aus der Stadtkirche St. Georg im Internet zu sehen war. Jutta Timpe freut sich darüber, mit ihren kreativen Online-Auftritten auch Menschen zu erreichen, die nicht zum engeren Kreis der Kirchengemeinde gehören. Ihr Lüner Silvesterkonzert etwa haben sich ungefähr 600 Menschen im Internet angehört und angeschaut. „So viele hätten gar nicht in die Stadtkirche hineingepasst.“

Foto: Gesine Lübbers
Sie wurde ausgezeichnet als ‚Heldin in der Corona-Zeit‘: die Lüner Kantorin Jutta Timpe.
Foto: Gesine Lübbers