20.08.2019

Mehr als Bücher

Die Evangelische Bibliothek im Reinoldinum

Angefangen hatte alles mit zwölf Büchern. Daraus sind im Laufe der Zeit mehr als 60.000 geworden – Tendenz: weiter steigend. Ihren 180. Geburtstag kann die Evangelische Bibliothek in Dortmund im nächsten Jahr feiern. Gegründet für die Fortbildung der örtlichen Pfarrer, ist sie die älteste Bibliothek der Stadt und auch die größte evangelische Bibliothek in Westfalen.

Zurück ins Gründungsjahr. Damals vermerkte ein Bericht der Kreissynode, dass „zu einer Synodal-Bibliothek bereits der Grund gelegt und ein kleiner Anfang gemacht“ wurde. Unter den ersten Büchern waren, so der Synodenbericht weiter, „Melanchthonis Opera omnia“ und, natürlich, die „Geschichte der Reformation in vier Bänden“.

Jetzt, beinahe zwei Jahrhunderte später, ist die theologische Schwerpunktsetzung der Bibliothek zwar geblieben, doch mit einer deutlich anderen Feinjustierung und breiterer Zielgruppe. Die Evangelische Bibliothek ist heute eine öffentliche, theologisch-religionspädagogische Fachbibliothek und Mediothek.

Theologen und Studenten nutzen sie, auch Lehramtsanwärter, Historiker und Erzieherinnen. „Wichtig ist für uns auch eine ausführliche Beratung“, erläutert Pfarrerin Ina-Annette Bierbrodt, Leiterin der Bibliothek. Und das gilt nicht nur für den wissenschaftlichen Bereich. Denn neben den Fachbüchern und Zeitschriften, dem großen Bestand historischer Bücher, Bibelausgaben und theologischer Werke sowie mehreren tausend audiovisuellen Medien gibt es einen wachsenden Bestand religionspädagogischer Materialien und Anschauungsgegenstände.

Deshalb wird hier jeder (angehende) Lehrer oder jede Erzieherin fündig, wenn es um Erzählvorschläge oder Unterrichtstipps geht. „Gerade Religion zum Anfassen ist stark nachgefragt“, sagt Daniela Bielefeld, Mitarbeiterin der Bibliothek. Erzähltaschen, Material für Lernstraßen, das „Lutherzimmer“ mit Bibeln, Mönchskutte, Lutherkoffer und Arbeitsmaterial für den Unterricht – alles Dinge, mit denen Religion erfahrbar wird. Und nicht nur die christliche. In den letzten Jahren ist hier vieles zum Thema „interreligiöses Lernen“ angeschafft worden.

Ganz besonders stolz ist die Bibliothek auf einige Besonderheiten, die Luther-Bibel von 1588 oder auch die Karl-Barth-Gesamtausgabe. „Wir haben den größten Luther-Bestand der Region“, weiß Bibliotheksmitarbeiterin Elke Simon.

4.000 Nutzerinnen und Nutzer zählt die Bibliothek.

Öffnungszeiten

  • Montag bis Donnerstag von 12 bis 17 Uhr und
  • Freitag von 12 bis 14 Uhr.

Für Studierende und Lehramtsanwärter ist sie kostenfrei,
ansonsten ist eine Jahresgebühr von 15 Euro zu zahlen.

Die Bibliothek bietet auch Führungen an und einmal im Monat ein Literaturfrühstück,
bei Interesse: 0231 8494-414.

Foto: Stephan Schütze
Pfarrerin Ina-Annette Bierbrodt, Elke Simon und Daniela Bielefeld (v.l.) informieren über Bücher, Bibelausgaben, theologische Werke sowie audiovisuelle Medien, religionspädagogische Materialien und Anschauungsgegenstände der Evangelischen Bibliothek im Reinoldinum.
Foto: Stephan Schütze