Hiskia: Oratorium in der Lutherkirche

700 vor Christus: assyrische Truppen belagern Jerusalem, König Hiskia hat den Propheten Jesaja an seiner Seite und Gott verhindert den Sieg der Feinde. Rund um die Geschichte von Hiskia schrieb der Hamburger Komponist Christoph Schönherr das gleichnamige Oratorium, das 2013 beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg uraufgeführt wurde. Erstmals in NRW zu hören war es jetzt in der Lutherkirche in Dortmund-Hörde.

Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ingomar Kury sangen und spielten Sarah Kaiser (Mezzosopran), Clemens Löschmann (Tenor), Hartmut Naumann (Bariton), Morgan Moody (Bass-Bariton), Gerrit Miehlke (Bass) sowie Projektchor, Kantorei und der erweiterte Kammermusikkreis Wellinghofen.

Wenngleich sich Hiskia an der Tradition barocker und romantischer Oratorien orientiert – Rezitative und Chorpassagen verweisen auf Werke von Bach oder Mendelssohn -, so setzt Schönherr sein Oratorium durchgehend aus Versatzstücken zeitgenössischer Populärmusik zusammen.  Pop-, Blues- und Jazzelemente geben dem Werk seine musikalische Besonderheit und dienen als Grundlage für die rezitative Erzählung der Geschichte.

Dabei spielt das Werk mit unterschiedlichen Genres. Überraschend etwa, wenn Chor und Orchester im Stile jazziger Barmusik einsetzen oder der finale Lobpreis in Copacabana-Moves  groovt. Atmosphärisch stark sind die instrumentalen Teile, in der Lutherkirche insbesondere mit der Bläsergruppe um das strahlende Saxofon. Und auch Solisten und Chor, der in Rhythmik und Dynamik wie auch ungewohnten Sprechgesang-Passagen gefordert war, wurden den Anforderungen des modernen Werks in vollem Umfang gerecht. Am Ende: starker Beifall und eine groovende Zugabe.

Foto: Stephan Schütze
Das Oratorium "Hiskia" ist Mitte Oktober in der Luther Kirche in Hörde zum ersten Mal in NRW aufgeführt worden. Foto Stephan Schütze