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05.09.2021

Einblicke in die Gesundheitswirtschaft

Mitglieder des Dortmunder Pfarrkonvents zu Gast im BioMedizinZentrum

Pfarrerinnen und Pfarrer haben einen speziellen Blick auf die Gesundheit von Menschen. Oft sind sie mit den seelsorgerlichen Erfordernissen konfrontiert, die der Umgang mit Krankheit und Leiden mit sich bringen. Darin beweisen sie zumeist hohe Expertise.

Aber das Themenfeld von Krankheit und Gesundheit hat zahlreiche weitere Dimensionen, die gesellschaftlich in unterschiedlichster Weise von Relevanz sind. Bei einem ersten Betriebsbesuch in diesem Jahr informierten sich Mitglieder des Pfarrkonvents im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund über wichtige Aspekte der Gesundheitswirtschaft in der Region. Damit startete die diesjährige Folge der Betriebsbesuche, bei denen Pfarrerinnen und Pfarrer immer wieder über den eigenen fachlichen Horizont hinausblicken und sich Themen aus Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft nahebringen lassen, die üblicherweise nicht zu ihrem alltäglichen Erfahrungsfeld gehören.

Gastgeber des Betriebsbesuchs war das BioMedizinZentrum Dortmund, das auf dem Campus des Dortmunder TechnologieZentrums in Barop angesiedelt ist. Das Thema des informativen Vormittags lautete: ‚Gesundheitswirtschaft in der Region und ihre Potentiale für Wirtschaft und Beschäftigung‘.

Welche immense Bedeutung das Gesundheitswesen nicht nur für das Wohlbefinden der Menschen, sondern auch für die Wirtschaftskraft der Region und die Sicherung von Beschäftigungsverhältnissen hat, das erläuterte Ulf Wollrath, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Dortmund. Zusammen mit Co-Autor Patrick Voss hatte er eine Studie zur Gesundheitswirtschaft für die Kammerregion Dortmund/Hamm/Unna, das ‚Westfälische Ruhrgebiet‘, erarbeitet.

Deutschlandweit sind 7,6 Millionen Menschen in einem Teilbereich der Gesundheitsbranche beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von 17 Prozent aller Erwerbstätigen. Für das westfälische Ruhrgebiet sind es sogar 19,5 % aller Berufstätigen, die in Zusammenhang mit dem Bereich Gesundheit arbeiten. Die Bruttowertschöpfung in den Gesundheitsbranchen wurde bundesweit für das Jahr 2018 mit 369,8 Milliarden Euro angegeben.

Aufgrund von steigendem Gesundheitsbewusstsein, immer weiter voranschreitendem medizinisch-technischem Fortschritt, aber auch demografischen Parametern nimmt die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft nach wie vor zu. Das machte auch Michael Kuhn, Leiter des BioMedizinZentrums, deutlich. In seiner Einrichtung, die im Rahmen der Strukturentwicklung der Region mit Infrastrukturmitteln von Europäischer Union und Land Nordrhein-Westfalen sowie Unterstützung der Stadt Dortmund entstanden ist, haben einzelne Start-up-Unternehmen die Möglichkeit, ihre Geschäftsfelder zu entwickeln. Junge Unternehmen können sich hier einmieten, um mithilfe der vorhandenen Infrastruktur neue Medikamente, deren Bestandteile oder auch andere Medizinprodukte zur Marktreife zu führen. Die inhaltlichen Impulse stammen aus Forschungsarbeiten von Universitäten oder des Max-Planck-Instituts.

Notwendig sind bei all den innovativen Projekten die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche und nicht unerhebliche Startinvestitionen. Die kommen durch Partnerschaften mit Firmen oder Investoren wie beispielsweise der Sparkasse Dortmund zustande. Kuhn verwies darauf, dass nur wenige der im Zentrum unterstützten Firmen scheiterten. Viele führten ihre Projekte erfolgreich zur Umsetzung.

Die Mitglieder des Pfarrkonvents bekamen interessante Einblicke in Abläufe von Gesundheitswirtschaft und -industrie – und auch in das berufliche Umfeld zahlreicher Gemeindemitglieder.

Foto: Stephan Schütze
Mitglieder des Pfarrkonvents zu Gast im BioMedizinZentrum Dortmund
Foto: Stephan Schütze