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10.03.2014 // Hilfe im Township

Ekupholeni – Ort der Hoffnung

Über die Arbeit des Zentrums für psychologische Betreuung und Traumaopfer „Ekupholeni“ im südafrikanischen Township Katorus berichteten Lindi Kholoanyane und Antje Manfroni im März im Reinoldinum.

Organisation hilft im Township bei Johannesburg

Über die Arbeit des Zentrums für psychologische Betreuung und Traumaopfer „Ekupholeni“ im südafrikanischen Township Katorus berichteten Lindi Kholoanyane und Antje Manfroni im März im Reinoldinum.

In Katorus, im Süden Johannesburgs, leben zwei Millionen Menschen. Sie wohnen in aneinander gedrängten kleinen Häusern oder Wellblechhütten. Es ist aus den Townships Thokoza, Kathlehong und Vosloorus zusammengewachsen.

In den 1950er Jahren entstanden diese aus Wohnsiedlungen für Wanderarbeiter aus den Homelands. Zu Hunderten lebten dort Männer, die in den Bergwerken der Region gebraucht wurden.

Anfang der 1990er Jahre, nach Beendigung der Apartheid, entwickelte sich dort ein bürgerkriegsähnlicher Konflikt. Die lang ansässige Bevölkerung, die dem Afrikanischen Nationalkongress (ANC) nahe stand und die zugewanderten Zulus, die der Inkatha-Bewegung angehörten, kämpften gegeneinander.

In den brutalen Auseinandersetzungen starben Tausende. Zusätzlich verbreitete sich HIV/AIDS. Die meisten Familien im Township sind davon betroffen.

Die Gewalt, Verarmung und das Zusammenbrechen familiärer Strukturen mache die Bewohner krank, berichtete Antje Manfroni, Psychologin und Leiterin von Ekupholeni. Sie sind traumatisiert und finden ohne Hilfe keinen Ausweg.

Ihnen bietet Ekupholeni, auf Deutsch „Ort der Heilung“, seit mehr als 20 Jahren Hilfe an. Dort setzen sich Psychologinnen und Sozialarbeiter, Pfleger und Studierende für Opfer von häuslicher Gewalt, Missbrauch und Vergewaltigung ein.

In den „Green Zozos“, den grünen Containern am Township-Krankenhaus, und in kleinen Außenstellen bieten mehr als 30 Mitarbeitende in wöchentlich 30 Therapiegruppen Unterstützung an. Hinzu kommen Schulprojekte, Hilfe bei Gängen zu Behörden, Besuche in Familien und individuelle Hilfsangebote.

Ekupholeni finanziert sich aus Spenden. Deshalb unterstützt den „Ort der Heilung“ auch der Arbeitskreis gegen Kinderprostitution und Menschenhandel (AK KiPro) der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW).

Informationen

Amt für Mission, Ökumene und kirchlicher Weltveranvortung
(MÖWe), der EKvW,
Telefon: 0231 54074,
E-Mail: ute.hedrich(at)moewe-westfalen.de

Foto: Stephan Schütze
Lindi Kholoanyane (2.v.l.) und Antje Manfroni (2.v.r.) berichteten über die Arbeit von Ekupholeni im Township Katorus.