Gesellschaftliche Verantwortung

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Aus der Arbeit des Referates für Gesellschaftliche Verantwortung

(Nov. 2014, Bericht an die Kreissynode)

Als funktionaler Dienst an der Schnittstelle zu Gesellschaft und Öffentlichkeit unterstützt das Referat für Gesellschaftliche Verantwortung den Kirchenkreis dabei, sich aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen zu stellen. Christliche Orientierungen und kirchliche Positionen werden in und außerhalb der Kirche ins Gespräch gebracht. Das Referat hält Kontakt zu anderen Verbänden, Religionsgemeinschaften, Politik und Verwaltung, Gewerkschaft und Unternehmen. 

Leitorientierungen sind nach wie vor Gerechtigkeit, Frieden, Demokratie und Schöpfungsbewahrung.

Die wichtigsten Themenbereiche sind

  • Kirche und Arbeitswelt/Wirtschaft
  • Rechtsextremismus und Demokratie
  • Beauftragung Interreligiöser Dialog/Juden und Muslime
  • Integration mit aufrechtem Gang
  • Soziale Fragen: Armut, Forensik, Flüchtlinge
  • Bewahrung der Schöpfung (Umweltbeauftragung)
  • Politikgespräche/Parteienkontakte 

Kirche und Arbeitswelt/Wirtschaft

Der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt war im Ruhrgebiet schon immer eine wichtige Aufgabe der Kirche. Der Kontakt zu Gewerkschaften hat darum eine lange Tradition. Insbesondere mit dem DGB wird in vielen gesellschaftlichen Fragen kooperiert, so im Arbeitslosenzentrum, beim Rechtsextremismus oder der Integrationspolitik.  Regelmäßig werden Betriebsbesuche organisiert. Der  ökumenische Gottesdienst zum Tag der Arbeit in Dortmund ist das "Flaggschiff der Zusammenarbeit" (so der ehem. DGB-Vorsitzende Weber). Im April 2015 konnte das 25jährige Jubiläum des ökumenischen Gottesdienstes zum Tag der Arbeit in Dortmund gefeiert werden. Festredner war Alt-Präses Alfred Buß, Präses Kurschus sandte ein Grußwort.

In Lünen arbeitet der AK Kirche und Gewerkschaft  und organisiert u. a. einen sozialpolitischen Bußtagsgottesdienst im November, zuletzt zum Thema "Würde der Arbeit" gestartet. Im Mittelpunkt steht das Kunstwerk "Der Kastenmensch" des Dortmunder Bildhauers Bernd Moenikes. 

Das Verhältnis der Kirche zu Wirtschaft und Unternehmen war über viele Jahre schwierig. Seit einigen Jahren verfolgt das Referat das Ziel, evangelische Führungskräfte zu unterstützen, ihre Verantwortung im Geschäft wahrzunehmen. Dazu dient vor allem der  „Dialogkreis KIWI - Kirche und Wirtschaft“. Der Referatsleiter beteiligt sich an Netzwerktreffen aus Wirtschaftskreisen und führt „Hausbesuche“ bei Unternehmern durch.

2013 wurde gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderer der Stadt Dortmund und dem Unternehmen WILO SE  ein "CSR"- Netzwerk Dortmund (Corporate Social Responsibility, die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen) gegründet.

Mit der Handwerkskammer und der IHK zu Dortmund werden, wie in den Vorjahren, regelmäßig Betriebsbesuche organisiert.

Rechtsextremismus und Demokratie

Das RGV ist seit Jahren für die Kirche im Engagement gegen Rechtsextremismus aktiv. Es ist Mitbegründer des Dortmunder Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus. Die Evangelische Kirche ist über das Referat mit allen wichtigen Akteuren in diesem Bereich verbunden, auch mit der Koordinierungsstelle der Stadt und der mobilen Beratung Regierungsbezirk. Nicht zuletzt die Vorgänge in der Wahlnacht am Dortmunder Rathaus zeigen, dass die Aufgabe unverändert wichtig ist.

Der 2012 gegründete Arbeitskreis Christen gegen Rechtsextremismusist weiter gewachsen. Er besteht nun aus 80 Personen, einigen Kirchengemeinden und der Frauenhilfe. Es werden dreimal im Jahr Diskussionen und Veranstaltungen durchgeführt, an denen 25 - 60 Teilnehmer teilnehmen. Zuletzt war der neue Polizeipräsident zu Gast. Es wäre gut, wenn noch mehr Kirchengemeinden beitreten würden.  2014 wurde ein zweijähriges Projekt mit der Elias-Gemeinde in Dorstfeld zur Stärkung der Zivilgesellschaft gegen Rechtsextremismus abgeschlossen, das aus Bundesmitteln gefördert wurde. Ziel war es, ehrenamtliche Gemeindeglieder angesichts der im Stadtteil alltäglichen Begegnung mit Rechtsextremen zu stärken.

Pfr. Stiller vertritt die Ev. Kirche im Begleitausschuss der Koordinierungsstelle der Stadt Dortmund, Superintendent  Schlüter am Runden Tisch gegen Rechtsextremismus des OB.

Interreligiöser Dialog/Juden und Muslime

Der Referatsleiter ist Beauftragter für christlich - islamischen und -jüdischen Dialog. Der interreligiöse Dialog ist nach wie vor unverzichtbar, aber schwierig. Umso wichtiger, dass es Brückenbauer auf allen Seiten gibt. Im Arbeitskreis der Dialogbeauftragten der Abrahams-Religionen (vormals AK Religion u. Integration) arbeiten die Dialogbeauftragen beider Kirchen, der Rabbiner und muslimische Repräsentanten zusammen. Sie organisieren Besuche in den Gotteshäusern und Begegnungsveranstaltungen.  Zuletzt wurde die Ausstellung „Dortmund interreligiös"  erstellt.

Das „Fußballturnier der Religionen“ hat mittlerweile einen festen Platz in der Dialoglandschaft. Es ist bundesweit einmalig und mittlerweile das größte Dialogprojekt der Region. Es wurde mit dem Integrationspreis des DFB-Deutscher Fußballbund ausgezeichnet und feiert im nächsten Jahr sein zehnjähriges Jubiläum.

Dem Kontakt zu den muslimischen Gemeinden in Dortmund dient die Kontaktgruppe der Kirchen zu den Moscheevereinen. Aufgrund der Schwierigkeiten im muslimischen Bereich, verlässliche Strukturen zu bilden, ist die Arbeit hier schwerfällig.

Integration und interkulturelles Zusammenleben

Integration mit aufrechtem Gang ist ein Dialogprozess, der von beiden Kirchen, dem DGB, Wohlfahrtsverbänden und Migrantenorganisationen getragen wird. Über viele Jahre war er das zentrale Forum für Integrationsfragen. Seitdem die Stadt Dortmund ein Integrationszentrum und einen Masterplan hat, versteht der Trägerkreis sich als Netzwerk. Er verfolgt die integrationspolitische Entwicklung und führt Projekte zur Förderung des Dialogs von Herkunftsdeutschen und Migranten durch.

Soziale Fragen

Soziale Fragen spielen in der Arbeit des Referates eine Rolle, soweit sie die verfasste Kirche mit und neben der Diakonie herausfordern. Schwerpunkte sind dabei die Armut und Arbeitslosigkeit, die Diskussion um den Maßregelvollzug und Flucht und Asyl.

Im Bereich Armut vertritt das Referat die evangelische Kirche in fachlichen Netzwerken und der Kommission "Soziale Stadt" des Oberbürgermeisters. Im Dortmunder Arbeitslosenzentrum waren die Kirchen und die Gewerkschaften von Anfang an die zentralen Trägerorganisationen. Der Referatsleiter ist Vertreter der Evangelischen Kirche im ALZ.  

Nach Dortmund wird jetzt auch Lünen Standort einer forensischen Klinik werden. Pfarrer Stiller vertritt seit langem die Evangelische Kirche im Beirat der Dortmunder Klinik und ist Mitglied im Lüner Initiativkreis " Mut zur Verantwortung".  Von der Landeskirche wurde der Referatsleiter 2014 Anfang des Jahres in den Dialogkreis Forensik in NRW "Sicherheit durch Therapie" berufen.

Das Thema Flüchtlinge ist seit dem letzten Jahr wieder aktuell geworden. Im Auftrag des KSV begleitet das Referat mit der Verwaltung Gemeinden und Einrichtungen bei der Suche nach Wohnraum für die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen. Der Bereich Kirchenasyl hat in der letzten Zeit besondere Aufmerksamkeit gefordert, denn Pfr. Stiller hat die Erstberatung für den gesamten Kirchenkreis übernommen. 

Bewahrung der Schöpfung (Umweltbeauftragung)

Auf Initiative des Ausschusses G.V. gibt es seit 3 Jahren regelmäßige Treffen der Umweltbeauftragten. Der Kreis pflegt eine Übersicht über Umweltaktivitäten im Kirchenkreis, hält Kontakt zum landeskirchlichen Umweltbereich und bemüht sich um Projekte. Zur Gründung des neuen Kirchenkreises wurde die Durchführung klimafreundlicher Kreissynoden angeregt und begleitet. Derzeit wird über Ausrichtung und Struktur der Arbeit diskutiert.

Politikgespräche/ Parteienkontakte

Es gehört zu den Kernaufgaben des RGV,  Kontakt zu Politik und Verwaltung in den Kommunen und zu den Parteien zu halten. Dazu gehört die Vorbereitung von Gesprächen des Vorstandes und der Leitung mit Repräsentanten aus diesem Bereich. Zuletzt wurden Kontaktgespräche der neuen Leitung organisiert. Darüber hinaus gibt es Hintergrundgespräche mit wichtigen Akteuren, zum Beispiel Landtagsabgeordneten, und regelmäßig Veranstaltungen zu politischen Tagesfragen. Mit dem Bildungswerk wird die Reihe „Politik aktuell“ organisiert.

Kolumne Gott und die Welt

Der Referatsleiter schreibt regelmäßig für die Kolumne „Gott und die Welt“ in der Dortmunder Tageszeitung.              

Das Jahresthema der EKD "Kirche und Politik" 2014 bildete im Blick auf die Reformationsdekade eine besondere Aufgabe im Jahr 2014. Gemeinsam mit dem Bildungswerk hat das RGV ansehnliche Halbjahresprogramme mit dem Lutherkopf herausgebracht mit über 50 Veranstaltungen. Daran beteiligt haben sich auch andere Dienste und einige Gemeinden. Für jedes Halbjahr wurden Schwerpunktthemen festgelegt: Im ersten Halbjahr „Zuwanderung aus Südosteuropa“, im zweiten „Armut".

Aufgrund des Jahresthemas wurden auch neue Veranstaltungsformate ausprobiert: Das Pfarrer/innen- Frühstück "Politik kurz und knapp", bei dem in 60 Minuten morgens ein aktuelles Thema vorgestellt wird und ein Stadtrundgang "Kirche und Politik von der Reformation bis heute", den die Landeskirche sogar in ihr Sonderprogramm aufgenommen hat.

"Wie im Himmel so auf Erden" ist der Titel von Gedanken zum Thema Weltverantwortung der Christen, die der Ausschuss Gesellschaftliche Verantwortung gemeinsam formuliert hat

Kontakt

Referat für Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelischer Kirchenkreis Dortmund

Jägerstraße 5

44145 Dortmund

 

Telefon: 0231 8494-373

Telefax: 0231 8494-364

E-Mail: rgv(at)ekkdo.de

 

Pfarrer Friedrich Stiller

Referatsleiter

Telefon: 0231 8494-376

friedrich.stiller(at)ekkdo.de

 

Diane Spitz

Diplom-Sozialpädagogin

Organisation und Projektabwicklung

Telefon: 0231 8494-379

diane.spitz(at)ekkdo.de

 

Simone Esken

Bürokauffrau

Allgemeines Sekretariat

Telefon: 0231 8494-373,

simone.esken(at)ekkdo.de 

 

Karola Müller

Verwaltungsmitarbeiterin

Versand

Telefon: 0231 8494-372