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27.10.2021

Süße Orangen zum Advent

Wieder fair gehandelte Früchte – direkt aus Rosarno nach Dortmund

In der Advents- und Weihnachtszeit gibt es in Dortmund wieder fair gehandelte Orangen. Sie stammen aus Rosarno in Italien und werden dort von der Kooperative ‚SOS Rosarno‘ angebaut und vertrieben. Von deren Plantagen in Kalabrien werden die Orangen an zwei Terminen im Advent direkt nach Dortmund gebracht.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Aktion viele Freunde gefunden. Damals war eine Lieferung Orangen nach Dortmund gekommen. Die Früchte stammen aus biologischem Anbau unter fairen Arbeitsbedingungen und haben eine exzellente Qualität. Nach dem großen Zuspruch aus dem letzten Jahr übernimmt das Referat Ökumene des Evangelischen Kirchenkreises in diesem Jahr die Koordination, Organisation und Abrechnung für Dortmund und Umgebung.

Der Verein SOS Rosarno will zeigen, dass das Geschäft mit dem Orangenanbau auch fair und menschenwürdig möglich ist. In vielen Plantagen der Gegend werden Tagelöhner – zumeist afrikanische Migranten – bei der Erntearbeit ausgebeutet. Sie erhalten einen Tageslohn von ca. 25 Euro und hausen in Zelten und unter erbärmlichen Bedingungen. Arbeitgeber sind meist Kleinbauern, die selbst unter dem Preisdruck von Supermarktketten stehen. Sie müssen ihre Orangen für einen Preis verkaufen, der kaum die Kosten für das Pflücken abdeckt. So bezahlen große Handelsketten teilweise nur 12 Cent pro Kilogramm Orangen. Die Folge des globalen Wettbewerbs ist eine neue Form moderner Sklaverei.

SOS Rosarno hingegen stellt den direkten Kontakt zwischen Bauern, Arbeitern und Einkaufsgemeinschaften her, ohne Zwischenstufen des Handels. So erhalten Arbeiter und Bauern einen fairen Preis und können in Würde leben. Zudem unterstützt der Verein die Flüchtlingsarbeit der Waldenser Kirche - das Projekt „Mediterranean Hope“. Gegründet wurde er von einer Gruppe von Aktivisten, Landwirten und Tagelöhnern. SOS Rosarno beschäftigt Migranten mit regulären Arbeitsverträgen und zahlt ihnen Tariflöhne sowie Sozialbeiträge. Der Verein vertreibt Orangen nur von Öko-Betrieben und organisiert den Verkauf an Bioläden und Gruppen solidarischen Konsums.

Eintreffen werden die Direktlieferungen aus Rosarno in diesem Jahr, pünktlich zu Nikolaus am 30. November und für die Weihnachtsaktion am 14. Dezember. (Sammel-)Bestellungen nimmt das Referat Ökumene bis zum 11. November (Nikolaussendung) bzw. bis zum 25. November entgegen. Bestellt werden können nur ganze Kisten. Sie fassen jeweils 10 Kilogramm Orangen und kosten 30 Euro. Das Referat Ökumene ist per mail zu erreichen über: oekumene@ekkdo.de oder telefonisch: 0231 22962-537.

Wo genau die Orangen in Dortmund angeliefert und abgeholt werden können, steht noch nicht fest. Besteller*innen erhalten zeitnah Informationen zum Lieferort. Wer kleinere Mengen der Rosarno-Orangen kaufen möchte, der kann das nach den Lieferterminen im Unverpacktladen ‚Frau Lose‘ an der Rheinischen Straße tun.

Weitere Informationen und Hintergründe zu der Aktion gibt es unter https://eine-welt-gruppen.de/orangen-aktion/. Am Dienstag, 7. Dezember, können Interessierte zudem einen Vortrag zum Themenfeld des Orangenanbaus in Süditalien hören. Prof. Dr. Gilles Reckinger, Ethnologe und Autor des Buches ‚Bittere Orangen‘ wird um 19.30 Uhr in einer Online-Veranstaltung referieren. Sein Thema: „Bittere Orangen“ – ein neues Gesicht der Sklaverei in Süditalien. Anmeldungen sind unter https://eveeno.com/orangen-aktion-talk2 möglich.

Bestellungen

Bestellt werden kann beim:

Foto: Stephan Schütze/Archiv
Im vergangenen Jahr nahmen Ökumenereferent Dirk Loose und Katja Breyer, Referentin Entwicklungspolitik der Landeskirche, zum ersten Mal Orangen aus Rosarno in Dortmund in Empfang. In diesem Advent gibt es zwei Lieferungen.
Foto: Stephan Schütze/Archiv