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02.07.2019

40 Jahre Islamische Republik Iran – Die historische Perspektive bleibt offen

Gemeinsame Veranstaltung von Dortmunder Islamseminar und Auslandsgesellschaft

Vor 40 Jahren, im Jahre 1979, wurde in Persien der Schah gestürzt und musste das Land verlassen. Ayatollah Khomeini kehrte aus dem Exil in Frankreich zurück und begründete die Islamische Republik Iran. Welche Wege gingen das Land, die Gesellschaft und das neue Regime in den folgenden Jahrzehnten?

Welche Rolle spielt der Iran in der Region heute? Diesen Fragen ging Prof. Dr. Udo Steinbach, Berlin, ehem. Leiter des Deutschen Orientinstituts, in seinem Vortrag auf Einladung des Dortmunder Islamseminars und der Auslandsgesellschaft nach Prof. Steinbach zeichnete die historischen Entwicklung im Iran bis zur Revolution 1979 nach und machte eindrucksvoll deutlich, welchen verheerenden Einfluss die Politik der Kolonialmächte und der USA in den letzten 100 Jahren auf die Entwicklung der Region hatte.

Die islamische Revolution im Iran reiht sich ein in eine Kette von historischen Ereignissen. Mit ihnen versuchten – und versuchen noch immer - die Völker und Nationen im nahen und mittleren Osten, sich dem politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss insbesondere der USA und ihrer Verbündeten zu widersetzen. Ihr Ziel war und ist es, einen freien, selbstbestimmten Weg in die Zukunft zu gehen. Revolutionen sind historische Langzeitprojekte, wirken immer über Länder und Regionen hinaus und lassen sich häufig erst im Abstand von Jahrhunderten in ihrer Wirkung bewerten.

Prof. Steinbach machte deutlich, dass wir an der Umsetzung der Ziele der Französischen Revolution noch heute täglich arbeitet. Die Russische Revolution könne zwar als gescheitert angesehen werden, habe trotzdem aber global erhebliche und nachhaltige Auswirkungen gehabt. Auch die Veränderungen, die sich aus der chinesischen Revolution unter Mao Zedong ergeben hätten, könnten heute in ihrer Reichweite noch nicht letztlich eingeschätzt werden. Steinbach: „Revolutionen sind Langzeitprojekte, Revolutionäre machen sich auf einen langen Weg!“

Der Abend zum Iran - ein Vortrag mit ungewöhnlichen und spannenden Facetten und eine angeregte, teils aufgeregte Diskussion mit vielen interessanten Gesprächspartnern.

Hans Steinkamp

Foto: Pascale Gauchard
Der Iran war Thema des Vortrags von Prof. Dr. Udo Steinbach beim Islamseminar. Foto: Pascale Gauchard