29.11.2019

Rehabilitation und Pflege von Kindern und Jugendlichen

Projektgelder des Ev. Kirchenkreises Dortmund und der Aktion "Hoffnung für Osteuropa" ermöglichten ein Seminar zum Thema.

Die Versorgung mit angepassten Hilfsmitteln und die Pflege von Kindern und Jugendlichen mit motorischen Beeinträchtigungen in Belarus stellt die Eltern und Betreuer oft vor große Probleme. Projektgelder des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund und der Aktion "Hoffnung für Osteuropa" Westfalen finanzierten eine Seminareinheit zu diesem Thema.

Benedikt Preisler, Physiotherapeut und Fachreferent für Orthopädietechnik und Frau Gabriele Roettger, Johanniterschwester und Einrichtungsleitung, stellten ihre Fachkompetenz zur Verfügung um betroffene Eltern und Interessierte zu diesem Thema zu schulen und zu sensibilisieren.

Aufgrund der großen Nachfrage waren die Gruppen mit bis zu 45 Teilnehmern gut besucht, so dass in den drei Tagen fast 100 Personen von diesem Angebot  profitieren konnten.  Anders als zu Beginn gedacht, waren viele Kursteilnehmer Studentinnen aus Gesundheitsstudiengängen, Kinderärztinnen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, medizinische Masseure und Bewegungstherapeuten anwesend. Ergänzt wurde  diese Gruppe noch durch betroffene Eltern und Pflegekräfte.

Herr Preisler stellte in seinem Referat und während der Praktischen Vorführungen die Hilfsmittel vor, welche unter den gegebenen Umständen sinnvoll und hilfreich eingesetzt werden können. Sein Ansatz war, die Teilnehmer zu befähigen unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ selber tätig werden zu können. Nicht jede teure und aufwändige Versorgung muss auch sinnvoll sein. Manches mal reicht eine gute Idee und ein pragmatischer Ansatz eine gute individuelle Lösung zu finden. In vielen Gesprächen und Nachfragen wurden Möglichkeiten erörtert und Ideen entwickelt, wie mit den gegebenen Möglichkeiten Lösungen für das jeweilige Kind gefunden werden können, um dessen Lebensqualität zu verbessern.

Die Sorgen und Nöte der Eltern in Minsk (Belarus), deren Kindern eine starke körperliche Einschränkung haben, sind die gleichen, wie Herr Preisler diese aus Deutschland kennt. Die therapeutischen und orthopädietechnischen Möglichkeiten, die wir hier verfügbar haben, sollten uns, die wir ein Sozial- und Gesundheitssystem haben, das seinesgleichen sucht, mit Dankbarkeit und Demut erfüllen.

Im zweiten Teil des Seminartages wurden in praktischen Übungen von Frau Roettger die rückenschonenden Mobilisationsformen in Partnerübungen durchgeführt. Hier zeigte sich, dass schon kleine Hilfestellungen überraschende Erfolge nach sich ziehen können. Das Aufstehen vom Bett, der Transfer in den Rollstuhl und noch einige mehr der täglichen Situationen wurden praxisnah erklärt und nachgestellt.

Spezielle Fragestellungen wurden in Einzelgesprächen individuell besprochen.

Die Teilnehmer äußerten sich überaus positiv zu den vermittelten Seminarinhalten, so dass die beiden Referenten auch ihre E-Mailadressen weitergaben, um auch in den nächsten Wochen und Monaten aufkommende Fragen beantworten zu können.