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04.01.2022

500 Jahre Goldenes Wunder

Ausstellung im Dortmunder U

Im Februar 1521 schloss der damalige Vorsteher des Franziskaner-Klosters, Rutger Schipmann, mit dem Antwerpener Bildschnitzer Jan Gilliszoon Wrage den Vertrag über die Anfertigung und Lieferung des als „Goldenes Wunder“ bekannte Altarwerk, das heute in der evangelischen Stadtkirche St. Petri die Menschen immer noch staunen lässt.

Finanziert wurde der Altar von wohlhabenden Dortmunder Patrizierfamilien. Der vereinbarte Preis lautete über 646 Goldgulden. Für damalige Verhältnisse eine enorme Summe für diesen monumentalen Wandelaltar.

Der Altar hat eine Goldseite, eine Bildseite und er kann komplett zugeklappt werden. Seinen Namen „Goldenes Wunder“ verdankt das Werk den auf 41 Quadratmetern aufgestellten, 633 kunstvoll angefertigten goldfarbenen Eichenholzfiguren. Sie erzählen von Jesus’ Passion und Kreuzigung. Die Bildseite umfasst 36 Gemälde, die das Jesu Leben und das seiner Familie darstellen. Wenn der Altar komplett geschlossen ist, ist auf zwölf Tafeln die Anbetung der Eucharistie durch weltliche und geistliche Stände zu sehen. Sie zeigen damit das „Alltagsgesicht“ des „Goldenen Wunders“.

Anlässlich dieses Jubiläums werden auf der Hochschuletage im Dortmunder U in der Ausstellung „500 Jahre Goldenes Wunder“ Arbeiten von Julius Reinders gezeigt. Reinders hat die 30 Fächer der Goldseite und ihre erzählerischen Inhalte künstlerische erforscht und so mit seinen Bildern neue räumliche Bezugnahmen und Ansichten gefunden und diese künstlerisch umgesetzt. Zudem zeigt die Ausstellung Arbeiten aus Julius Reinders’ graphischer Beschäftigung mit verschiedenen kirchlichen Erinnerungsorten und Denkmälern.

Ausstellung im Dortmunder U

Das Original des „Goldenen Wunders“ in  St. Petri

  • Wer das Original des „Goldenen Wunders“ sehen will, kann das vor Ort in der
    Stadtkirche St. Petri, Westenhellweg, tun. Die Kirche ist
    • dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr und
    • samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Biografie Julius Reinders

1993 in Bocholt geboren, studiert Julius Reinders seit 2014 Kunst an der Technischen Universität Dortmund. Seit 2018 hat er Lehraufträge für Zeichnung und Druckgrafik am Institut für Kunst und Materielle Kultur der TU Dortmund. An der Kunstakademie Düsseldorf studiert Reinders Bildhauerei. Er lebt und arbeitet an Emmerich/Rhein und Rees-Haldern.

Foto: Stephan Schütze
Die Bildseite ist zu sehen, wenn die Flügel des Altars einmal zusammengeklappt worden sind.
Foto: Stephan Schütze