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31.01.2014 // Jahresthema

Was macht krank, was hält gesund?

„An apple a day keeps the doctor away.“ Das Sprichwort aus dem Volksmund, das den Gesundheitstipp gibt, jeden Tag einen Apfel zu essen, stimmt, fast.

Themenabend in St. Petri

„An apple a day keeps the doctor away.“ Das Sprichwort aus dem Volksmund, das den Gesundheitstipp gibt, jeden Tag einen Apfel zu essen, stimmt, fast. Dass es nicht die ganze Wahrheit ist, belegte eine Ausstellung, die bis zum 12. Februar 2014 in der Stadtkirche St. Reinoldi zu sehen ist.

Unter dem Titel „Lebensqualität im Ruhrgebiet – für alle?!“ illustrierte die Ausstellung, dass nicht nur individuelles (Fehl)verhalten über unsere Gesundheit oder auch Krankheit bestimmt. Auch gesellschaftliche und Umwelteinflüsse spielen eine Rolle.

Welche genau das sind, hat ein Themenabend innerhalb der Ausstellung  gezeigt. Mit Fachfrauen von der TU Dortmund (Dr. Heike Köckler, auf dem Foto 4. v.l.), der Emschergenossenschaft (Prof. Dr. Martina Oldengott, 5. v.l.) und der Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. Susanne Moebus, 3.v.l.) ging es um „Langes glückliches Leben – überall?!“.

Das Symposium und die anschließende Publikumsdiskussion haben Pfarrerin Beate Brauckhoff (2. v.r.) und Dr. Sarah Meyer-Dietrich (rechts) moderiert.

Zwar legten alle Beteiligten Wert darauf, nicht in eine Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen, doch das durchgehende Thema sämtlicher Beiträge war, dass „Armut mit Abstand die größte Bedrohung für unsere Gesundheit ist“, so Prof. Moebus.

„Einkommen und Sterbealter hängen zusammen“, zeigte sich Dr. Köckler überzeugt. Laut Moebus kann nachgewiesen werden, dass die Todesfälle durch Herzkrankheiten bei Arbeitssuchenden in der Grundsicherung deutlich höher sind als beim Rest der Bevölkerung – es ist gewissermaßen ein Hartzinfarkt.

Auch Lärm ist einer der gesundheitsschädlichen Umweltfaktoren: Menschen, die in der Nähe der A40 wohnen, haben ein bis zu 63 Prozent höheres Infarktrisiko. Lärm und Autostaus hier – ruhige Grünflächen zum Erholen dort.

Köckler spricht von einer „umweltbezogenen Gerechtigkeit“, die einzufordern wäre. Denn das Ausmaß an Ungleichheit sei so hoch, dass zwischen den Lebenserwartungen in den unterschiedlichen Stadtteilen eine Differenz von sechs Jahren liegen kann. Der Tipp von Moebus: „Ziehen Sie dorthin, wo der Bürgermeister wohnt.“

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Ein Themenabend in St. Petri ging der Frage nach, welche gesellschaftlichen Einflüsse unsere Gesundheit beeinträchtigen. Foto: Stephan Schütze