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01.12.2013 // 25 Jahre Partnerschaft mit Zwickau

Verbindungen und Freundschaften

Im Dezember vor 25 Jahren schlossen die Städte Dortmund und Zwickau einen Partnerschaftsvertrag.

25 Jahre Partnerschaft Dortmund-Zwickau

Im Dezember vor 25 Jahren schlossen die Städte Dortmund und Zwickau einen Partnerschaftsvertrag. Die Evangelische Kirche in Dortmund nahm Kontakte zur Evangelischen Kirche in Zwickau auf. Klaus Philipps, damals Superintendent des Kirchenkreises Dortmund-Süd erinnert sich.

Fünfundzwanzig Jahre ist sie alt. Inzwischen ein bisschen müde geworden aber noch lebendig: Die Städtepartnerschaft Dortmund-Zwickau. Noch kurz vor der „friedlichen Revolution“, die zur Wende und zur deutschen Einheit führte, schlossen im Dezember 1988 der Rat der Stadt Dortmund und der Rat der Stadt Zwickau einen Partnerschaftsvertrag. Zu den bestehenden Städtepartnerschaften Dortmunds im Ausland kam die alte Bergbaustadt Zwickau in der damaligen DDR hinzu.

Schon kurz nach Bekanntwerden dieser guten Idee nahmen die Vereinigten Kirchenkreise Dortmund Kontakt zu Superintendent Günter Mieth in Zwickau auf. Auf unsere vorsichtige Anfrage bekamen wir eine zustimmende Antwort: Ja, wir würden gerne Kontakt und Austausch mit der Evangelischen Kirche in Dortmund haben.

Schon im Januar 1989 kam eine erste kleine Kirchendelegation aus Zwickau zum Reinoldustag. Es war die Zeit, in der große Zahlen von Menschen aus der DDR über Ungarn nach Westdeutschland kamen. Wie wird diese Staatskrise gelöst werden – mit Gewalt wie in China oder friedlich? Sorgenvolle Gedanken bewegten uns in diesem Jahr.

Ende September 1989 folgten Pfarrerinnen und Pfarrer aus Dortmund-Süd einer Einladung zu Pfarrersfamilien in Zwickau.
An einen Fall der Mauer und eine baldige deutsche Einheit konnte niemand denken.

Dann überstürzten sich die Ereignisse. Wir konnten im Fernsehen Friedensgebete in Leipzig sehen und Menschen mit brennenden Kerzen in der Hand.

Als dann am 9. November 1989 die Mauer in Berlin gefallen war, wurden die Kontakte durch Reisen hin und her intensiver. Im Advent 1989 lud die Stadt Dortmund Zwickauer zum Weihnachtsmarkt ein und stellte dafür die Busse.

Auch die Evangelische Kirche lud Gemeindeglieder aus Zwickau ein. Ein Bus brachte Dortmunder als Gäste in Familien der Partnerstadt und Zwickauer in Familien nach Dortmund. So entstanden persönliche Verbindungen und Freundschaften, die zum Teil bis heute bestehen.

In den nächsten Monaten leisteten viele Dortmunder Hilfe zum demokratischen Aufbau in Zwickau. Dazu gehörten auch Mitarbeiter des Diakonischen Werkes, die halfen, die Diakonie in der Partnerstadt auf eine breitere Basis zu stellen.

Die Zwickauer Stadtmission ist heute ein sehr anerkannter, großer Träger diakonischer Einrichtungen. In der ersten Zeit nach der Wende waren besonders die Kirchenleute, die man nun schon kannte, wichtige Ansprechpartner auch für politisch Verantwortliche in Dortmund.

Im Rückblick kann man sagen, dass der Entschluss zur Partnerschaft Dortmund-Zwickau eine glückliche Fügung für Stadt und Kirchen in beiden Städten gewesen ist.

Rechtzeitig zum Jubiläum hat Erich G. Fritz, bis September 2013 Dortmunder Bundestagsabgeordneter der CDU, eine ausführliche Chronik der Vorgeschichte und der Ereignisse der Städtepartnerschaft bis heute vorgelegt.

Er nennt sein großes Buch eine „ortsgeschichtliche Nacherzählung - Geboren in der Entspannungspolitik, bewährt in der Wende“. Viele Menschen hat er um ihre Erinnerungen an die bewegten Jahre gebeten, hat Interviews geführt, Akten gelesen und Zeitungen ausgewertet.

Entstanden ist ein spannendes Buch, das alle die besonders interessieren wird, die an den Anfängen dieser Partnerschaft beteiligt waren. Wie es sich für eine Nacherzählung gehört, fängt man an zu lesen und legt das Buch nicht so bald zur Seite, zumal eine große Zahl von prominenten und auch weniger bekannten Dortmundern genannt werden.

Neben den Aktivitäten der Entscheidungsgremien der Städte kann man von den Initiativen der Kirchen, der Parteien, der Sportverbände, des Kulturbereichs, der Wirtschaft, der Schulen, der Wohlfahrtsverbände lesen.

Ein Buch nicht nur über Vergangenes. Die Nacherzählung kommt in der Gegenwart des Jahres 2013 an. Die letzten Kapitel sind überschrieben „Und heute?“ und „Dortmunder freut euch“.

Klaus Philipps

  • Erich G. Fritz
    25 Jahre Dortmund-Zwickau – Eine deutsch-deutsche Partnerschaft
    Klartext Verlag Essen 2013
Beim Reinoldustag 1989: Dortmunds OB Günther Samtlebe, Friedrich Schophaus, Superintendent des Kirchenkreises Dortmund-Mitte, und Günther Mieth, Superintendent von Zwickau.
Foto: Archiv/Stephan Schütze