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14.11.2022

„Unser digitaler Kirchenraum ist ein Wohlfühl-Ort“

Zoom-Format „Zuhause. Dein Gottesdienst.“ geht in die Verlängerung

2020 stand plötzlich unsere Welt still. Corona-Lockdowns hielten uns von allem fern, was uns lieb und vertraut ist: Familie, Freund*innen, Freizeitaktivitäten. Und Gottesdienste. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen Trost, Antworten und Halt bei Gott suchten, mussten auch die Kirchen ihre Türen geschlossen halten.

Eine Gruppe junger Theolog*innen aus dem Kirchenkreis Dortmund kam damals auf die Idee, moderne Videotechnik zu nutzen, um Gottes Wort trotzdem zu den Menschen zu bringen: die Geburtsstunde der Zoom-Gottesdienste „Augenblicklich“. Vom Erfolg waren die Pfarrerinnen und Pfarrer überwältigt – und so gehen die digitalen Aufmunterungen im Winterhalbjahr in eine Verlängerung. Ab dem 6. November unter dem Titel „Zuhause. Dein Gottesdienst.“ Miriam Helmert und Jan Lübking, zwei der Ideengeber*innen, erzählen, wie es dazu kam …

Geschäftliche Meetings und Besprechungen mit den Arbeitskolleg*innen per Zoom sind längst die neue Normalität. Aber ein Gottesdienst online? Wie geht das?

MH: Ehrlich gesagt: Auch Gottesdienste per Zoom gehören für uns inzwischen zur neuen Normalität dazu. Klar, diesen Sommer hat vieles auch wieder „kohlenstofflich-präsentisch“ stattgefunden. Aber bis dahin war genug Zeit, dass sich auch diese Form des Feierns von Gottesdiensten etablieren konnte. Und es geht ganz gut, finden wir: mit einem Format, das Altbewährtes aufgreift, neue Ausdrucksformen dafür findet – und das in einem Miteinander von Ehren- und Hauptamtlichen auf Augenhöhe, was mich immer wieder begeistert.

Wie ist das für die, die den Gottesdienst halten?

JL: Das erste Mal ist wirklich ungewohnt und es dauert ein wenig, bis man sich an die Kacheln ohne Videobild gewöhnt hat, aber durch die Kamerawinkel entsteht ein persönlicher Eindruck. Man spricht zu jeder einzelnen Kachel mit zwei bis sechs Augen statt in einen Raum mit 40 bis 60 Augen.

MH: Und jedes Mal aufs Neue freuen wir uns über die tollen Techniker:innen, die zu unserem Team gehören. Denn wenn hinter den Kulissen alles glattgeht, können alle, die den Gottesdienst inhaltlich vorbereitet haben, sich komplett aufs Beten, Verkündigen und Feiern konzentrieren.

Die meisten Gottesdienste feiern wir übrigens aus unseren Wohn- oder Arbeitszimmern heraus. Ganz manchmal ergibt es sich, dass wir an einem besonderen Ort sind, wie im Sommer 2021 zum Beispiel in der „Kirche Wiesengrün“ in St. Petri.

Wie macht Ihr das z. B. mit der Musik in den ZoomGottesdiensten?

MH: Natürlich gibt es auch in den ZoomGottesdiensten die Gelegenheit zum Singen! Dazu bleiben alle Mikrofone stummgeschaltet, d. h. man hört nur sich selbst und die begleitende Musik, die wir einspielen. Sonst ergäbe das ein zu großes akustisches Durcheinander.

Das Schöne ist aber: Weil ja beim Zoom-Format eh alles „eingespeist“ werden muss, haben wir eine ungewöhnlich große Freiheit, auch auf Musik zurückzugreifen, die sonst nicht gespielt werden würde. Von Schlager über Hardrock bis Hip-Hop hatten wir schon viele Lieder in den Gottesdiensten.

Welche Themen behandelt Ihr in den kommenden Wochen – und wie bereitet Ihr sie auf?

MH: „Zwischen zwei Buchdeckeln …“, heißt die neue Gottesdienst-Reihe für November und Dezember. Inspiriert von Kinder- und Jugendbuch-Klassikern gehen wir gemeinsam und mit verschiedenen interaktiven Methoden auf die Suche nach Antworten auf die kleinen und großen Fragen, die die Bücher aufwerfen, und auf die Frage, was Gott eigentlich mit dem Ganzen so zu tun hat.

Schaust Du Dir selbst auch Online-Gottesdienste an? Und wenn ja: Darf man das in Jogginghose auf dem Sofa mit einer Tasse Kaffee tun?

JL: Das darf man auf jeden Fall tun. Unser Zoom-Format heißt ja auch „zuhause“. Und zuhause läuft man ja auch seltener im Sonntagsanzug rum. Unser digitaler Kirchenraum ist ein Wohlfühl-Ort, wo wir gemeinsam in Gottes Gegenwart feiern, und da darf man natürlich auch mit Jogginghose mit dabei sein.

Alle Informationen auf einen Blick

  • Der Start der ZoomGottesdienste ist am Sonntag, 6. November, 19 Uhr.
    Die Gottesdienste finden 14-tägig statt, solange die Uhr auf Winterzeit gestellt ist.
  • Die nächsten Termine sind: 6., 20. November, 4. und 18. Dezember.
    Der Zoom-Raum ist jeweils ab 18:40 Uhr geöffnet;
    die Gottesdienste dauern jeweils etwa 45 Minuten.

Auf den Internetseiten der beteiligten Kirchengemeinden, also Asseln, Brambauer, Christus-Gemeinde, Friedenskirchengemeinde Dortmund-Nordost, Hörde, Paul-Gerhardt, Hörde, Petri-Nicolai und Schüren, gibt es jeweils einen Link zum Gottesdienst; man braucht sich nicht anzumelden.