Thema „Erlösung“ - Adventsgottesdienst der Mitternachtsmission

Wie ist das eigentlich – in einem fremden Land, im Ungewissen und Unbekannten, nach Gewalt, Flucht und Traumatisierung?

Diese Frage stellte sich der Adventsgottesdienst der Mitternachtsmission in der Stadtkirche St. Petri am zweiten Adventssonntag.

„Wir haben es zunehmend mit Frauen und Mädchen aus Afrika zu tun“, berichtete Andrea Hitzke, die Leiterin der Beratungsstelle für Prostituierte und Opfer von Menschenhandel, in ihrer Predigt. Bürgerkriege und Gewalt seien die Ursachen, die sie auf die Flucht nach Europa treiben.

„Die, die Libyen erreichen, werden dort eingesperrt, wie Sklaven behandelt, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen.“ Kommen sie nach Europa, droht ihnen ein ähnliches Schicksal. „Sie werden von Menschenhändlern aus den Camps geholt.“

Trotz dieser Berichte stand der Gottesdienst unter dem Titel „Eure Erlösung ist nahe“. Tatsächlich? Andrea Auras-Reiffen, stellvertretende Superintendentin des Kirchenkreises, ist sicher: „Wir haben eine Perspektive, eine Zukunft.“ In ihrer Begrüßung betonte sie den Aspekt der Hoffnung. „Auch wenn vieles dagegen spricht, müssen wir nicht verzagen.“

Eine Erlösung, so Hitzke in ihrer Predigt, sei eine Befreiung aus einer Zwangslage. Auch wenn die Flüchtlingsfreuen, die in Dortmund ankommen, „verängstigt und traumatisiert sind, kein Deutsch sprechen und nicht weiter wissen“, hätten sie eine realistische Chance, hier bleiben zu können – wenn sie den Weg zur Mitternachtsmission finden.

„Wir tun dafür unser Möglichstes.“ Die Leiterin der Mission kritisierte die Verschärfung der Flüchtlingspolitik. Europa schotte sich ab, es gebe kaum legale Wege, hierher zu kommen.

„Sie tun etwas sehr Großes“, lobte Felix Krämer vom Rotary Club Dortmund Westentor die Arbeit der Mitternachtsmission. „Sie nehmen die völlig erschöpften Frauen auf und stehen ihnen bei.“

Musikalisch gestalteten Hannah Schmidt (Orgel) und Tim Gruber (Trompete) den Gottesdienst. Im Anschluss bestand Gelegenheit, bei einem Kaffee zu verweilen und mit den Mitarbeiterinnen der Mission ins Gespräch zu kommen.

Foto: Stephan Schütze
Das Team der Mitternachtsmission und Andrea Auras-Reiffen, ständig stellvertretende Superintendentin des Kirchenkreises, gestalteten des Gottesdienst am zweiten Advent. Foto: Stephan Schütze