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12.10.2022

Speed-Dating der Religionen

Austausch über den Glauben im Alltag

„Die muslimischen Frauen sind ganz schön emanzipiert“, lautete das Resümee einer christlichen Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung. „Sie haben sich unglaublich weiterentwickelt.“ Im September kamen Muslime und Christen in der Clemens-Gemeinde in Brackel zu einem Speed-Dating der Religionen zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie ihr Glaube ihren Alltag gestaltet.

Für jeweils fünf Minuten saßen sich eine christliche und eine muslimische Person gegenüber und stiegen nach einer kurzen persönlichen Vorstellung ins Gespräch ein: „Möchten deine Eltern, dass du ein Kopftuch trägst? Warum gehen nur Männer zum Freitagsgebet? Können Frauen auch Imam werden? Warum gibt es Pfarrerinnen nur in der evangelischen Kirche? Fühlst du dich als Frau in deiner Religion benachteiligt?“, waren nach Rückmeldung der Teilnehmer einige Fragen, für die sich manche Muslime oder Christen interessierten. Nach fünf Minuten läutete eine Glocke, sodass das Gespräch mit einer anderen Person weitergeführt wurde.

Nachdem alle Christen sich mit allen Muslimen in Einzelgesprächen ausgetauscht hatten, wurden sie im Anschluss bei Kaffee und Kuchen fortgesetzt. Ali Tasbas, Vorsitzender der Islamischen Akademie, betrachtet den Nachmittag als großen Erfolg: „Unser Ziel war es, Menschen mit verschiedenen Religionszugehörigkeiten zusammenzubringen und sich über ihren Glauben auszutauschen, wofür im Alltag selten Zeit ist.“

Pfarrer Ludger Keite von der Clemens-Gemeinde und Pfarrerin Sandra Sterne-Menke von der Evangelischen Gemeinde Brackel waren sowohl Kooperationspartner als auch Teilnehmer des Speed-Datings der Religionen. Pfarrer Keite zeigte sich überzeugt: „Ich habe viel Neues erfahren. Je mehr wir Religionen miteinander im Gespräch sind, desto leichter können wir uns gemeinsam für Toleranz und Frieden einsetzen.“

Von Naciye Kamcili-Yildiz

Foto: Ali Tasbas
BU: Manchmal fanden sich auch drei Menschen zusammen, die mehr über die jeweilige andere Religion etwas erfahren wollten.
Foto: Ali Tasbas