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26.05.2021

Seenotrettung in St. Petri

Die Dortmunder Stadtkirche am Westenhellweg erinnert an Opfer der Flucht

Der Kirchraum der Stadtkirche St. Petri hat eine besondere Ausstrahlung. Zudem ist er ohne feste Bestuhlung flexibel zu nutzen und bietet Gelegenheit für außergewöhnliche Aktionen unterschiedlichen Inhalts. Das nutzt das Team um Stadtkirchenpfarrerin Christel Schürmann und Pfarrerin Christine Jürgens, um im Rahmen der Offenen Kirche besonderen Themen in spirituellen und sinnlichen Stationen Raum zu geben. Noch bis Mitte Juni ist in St. Petri die zivile Seenotrettung zu Gast und ruft das Drama unzähliger Opfer in Erinnerung, die auf ihrer Flucht vor Krieg und Terror auf dem Mittelmeer zu Tode gekommen sind.

Dabei verweist die Stadtkirche auch auf den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund. Damals hatten viele Teilnehmer*innen bei einer Aktion auf dem ‚Platz der Alten Synagoge‘ die Namen der Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt auf der Flucht ertrunken waren, auf ein großes Transparent geschrieben. Zum Ende des Kirchentages wurde dieses Banner am Kirchturm der Reinoldikirche hochgezogen und wehte dort als mahnendes Zeichen für die humanitäre Katastrophe, die sich im Mittelmeer ereignete.

35.597 Namen zählte das Transparent vor zwei Jahren. Mittlerweile sind etliche Opfer hinzugekommen. Noch immer konnte die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer nicht beendet werden. Darauf will die Stadtkirche St. Petri hinweisen, wenn dort jetzt das Namensbanner vom Kirchentag 2019 vor dem Altarraum ausgebreitet ist.

Zahlreiche Besucher*innen des Kirchentages hatten sich vor zwei Jahren dafür eingesetzt, dass sich die Evangelische Kirche mit einem Schiff an der Rettung von Geflüchteten im Mittelmeer beteiligen solle. Das ist im Rahmen des Bündnisses „united4rescue“ geschehen. Das Engagement der Evangelischen Kirche in Deutschland, deren Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm sich zusammen mit Dortmunder Mitgliedern des Vereins Seebrücke e. V., mit der Dortmunder Superintendentin Heike Proske, und anderen prominenten Vertreter*innen aus dem Bereich evangelischer Kirchen an der Banneraktion beteiligt hatte, hatte auch auf dem Dortmunder Kirchentag wichtige Impulse erhalten.

Foto: Stephan Schütze
Seenotrettung zu Gast in St. Petri. Die Stadtkirche schafft Raum für Aktionen.
Foto: Stephan Schütze