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19.07.2013 // Stadtkirche St. Reinoldi

Sanierung geht voran - Spenden nötig

„Es ist schon viel passiert, aber ein schönes Stück Arbeit liegt noch vor uns.“ Pfarrer Michael Küstermann zieht Bilanz und blickt nach vorn.

„Es ist schon viel passiert, aber ein schönes Stück Arbeit liegt noch vor uns.“ Michael Küstermann, Pfarrer der Stadtkirche St. Reinoldi, zieht Bilanz und blickt nach vorn.

„Die Dortmunder Bevölkerung hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass St. Reinoldi von Gerüsten umgeben ist.“ Zurzeit stehen sie an der Ostseite, wo sich Chorraum und Sakristei befinden. Alte Verfugungen herausschneiden, neu verfugen, Steine mit Meißel und Hammer abschälen, Steine oder Steinteile gegebenenfalls erneuern – das alles ist  nötig, um die aus Ruhrsandsteinen gebaute Kirche für die nächsten Jahrzehnte wieder wind- und wetterfest zu machen.

Alles begann im Jahr 2008, als die Bauarbeiter an der oberen Turmspitze und am Glockenstuhl an der Westseite zu Werke gingen. Dem ersten Bauabschnitt folgte der zweite in den Jahren 2008 bis 2010: die Erneuerung des Mauerwerks am kompletten Turm.

Während der Arbeiten am Turm musste außerdem das historische Fenster im Turm restauriert werden. Durch eine neue Verglasung mit Lüftung ist das Kunstwerk nun wieder geschützt. Und die seitlichen Fenster im Turm sind neu verglast.

Im dritten Bauabschnitt vor zwei Jahren galt es, Mauern und Fenster des mittleren Kirchenschiffes zu reparieren.

Bei den aktuell laufenden Arbeiten an der Ostseite entdeckten die Maurer Risse in einem der sogenannten Basamentsteine. Diesen kleinen „Puzzlestein“, der für das Bild der Stadtkirche von großer Bedeutung ist, bauen Steinmetze jetzt originalgetreu in Handarbeit nach.

Immer wieder können solche Entdeckungen Pläne zunichte machen. Nicht erwartete Kosten entstehen. Der Werkstein, um den es geht, schmückt eine gotische Verzierung (Fiale) an der Fassade, die auf einen Strebepfeiler am Chorraum oberhalb der Sakristei aufgesetzt ist. Der gerissene Stein soll demnächst in der Kirche ausgestellt werden.

Auch im Innenraum der Kirche ist eingerüstet. Hier werden vorn im Bereich der Sakristei Fenster ausgebessert und schutzverglast. Die Altartafel ist abgedeckt, um sie vor Feinstaub zu schützen.

Auf drei Millionen Euro beziffern sich die Gesamtkosten der Sanierung. Von den fünf Bauabschnitten sind nun fast vier abgeschlossen. Im letzten Bauabschnitt soll das Dach des Hauptkirchenschiffes neu gedeckt werden. Antik ist es nicht, aber undicht, teilweise beschädigt und damit ein Sanierungsfall.

Die große Dachfläche von St. Reinoldi wurde kurz nach dem Krieg in den 50er Jahren neu gedeckt. Über 50 Jahre alt, haben nun Wind und Wetter ganze Arbeit geleistet. Ein neues Dach ist fällig, damit der Innenraum nicht irgendwann in Mitleidenschaft gerät. Bei einer mehr als fußballfeldgroßen Fläche ist das keine Kleinigkeit.

Projektleiterin Susanne Kideys geht davon aus, dass frühestens im Jahr 2015 die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Land und Bund förderten die Sanierung.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat die aktuelle Sanierungsmaßnahme mit 280.000 Euro gefördert.

Viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben mit ihren Spenden dazu beigetragen, dass die denkmalswerte Kirche St. Reinoldi bald wieder wie neu aussieht. Ein Großteil der erforderlichen Summe von drei Millionen Euro fehlt allerdings noch.

Kirche bis zum 9. August 2013 geschlossen

Wegen der umfangreicher Renovierungsarbeiten ist die Kirche vom 29. Juli bis 9. August 2013 geschlossen. Deshalb fallen Orgelvesper und Abendgebet aus. Der Gottesdienst am Sonntag, 4. August findet um 11.30 Uhr in der gegenüberliegenden Kirche St. Marien statt.

Auch die Kirchenführung am Samstag, 3. August 2013 muss ausfallen. Die nächste kostenlose Führung durch St. Reinoldi findet wieder am Samstag, 17. August 2013 um 14 Uhr statt.

Spendenkonto

Stiftung St. Reinoldi
Sparkasse Dortmund, BLZ 440 501 99
Konto-Nr.: 001 172 280
Betreff: rettetreinoldi

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Unser Bild zeigt den Werkstein (Basamentstein), der Risse hat. Er schmückt eine gotische Verzierung (Fiale) an der nordöstlichen Fassade, die auf einen Strebepfeiler des Chorraums oberhalb der Sakristei aufgesetzt ist. Foto: reinoldiforum