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11.11.2013 // Gedenken an die Pogromnacht

Raum geben für das Erinnern

Der jüdische Dortmunder Arthur Rosenberg war sicher: „Uns holen sie nicht, ich habe schließlich für Deutschland mein Leben eingesetzt“.

Ökumenisches Gedenken an die Pogromnacht

Der jüdische Dortmunder Arthur Rosenberg war sicher: „Uns holen sie nicht, ich habe schließlich für Deutschland mein Leben eingesetzt“. Im ersten Weltkrieg schwer verwundet und mit einem Verdienstorden ausgezeichnet, sollte sich Rosenberg dennoch irren. Im Sommer 1942 wurden er, seine Frau und seine Tochter von Dortmund-Körne nach Theresienstadt deportiert und umgebracht.

Clara Stolz, Schülerin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, hat zusammen mit Mitschülerinnen und Schülern des 12. Jahrgangs beim ökumenischen Gedenken an die sogenannte „Reichskristallnacht“ in der Stadtkirche St. Petri mit einer Textcollage an die Pogromnacht erinnert. „Beeindruckend“ fand sie den Text. Und genauso beeindruckend fanden ihn wohl auch die hundert Besucherinnen und Besucher der Kirche.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 terrorisierten SA, SS und andere NS-Organisationen jüdische Familien in Deutschland. Zehntausende jüdischer Wohnungen und Geschäfte haben sie verwüstet und geplündert, hunderte von Synagogen zerstört und niedergebrannt. Tausende jüdischer Männer im Alter von 14 bis 17 Jahren wurden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt.

Namen der 326 Dortmunderinnen und Dortmunder, die im Sommer 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert wurden, bildeten in der Mitte des Kirchraums ein eindrucksvollen Gedenkbild. „Diese Namen sind wichtig, weil man spürt: es waren Menschen aus unserer Stadt“, so Pfarrer i. R. Carl Drepper von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen.

Das ökumenische Gedenken wollte „Raum geben für die Erinnerung an die Zerstörung vieler Synagogen und die Vernichtung jüdischer Menschen“, betonte Pfarrerin Barbara von Bremen von der Stadtkirche St. Petri. Das Erinnern daran sei solange aktuell, wie es Antisemitismus und rassistische Gewalt gebe.

An die eigene Institution gewandt, meinte sie: „Das Schweigen und das Mitwirken der Kirchen hat dem christlichen Glauben einen tiefen Riss gegeben.“

Musikalisch einfühlsam umrahmt hat Christiane Conradt (Cello) die Gedenkveranstaltung.

Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule haben mit einer Textcollage an die Pogromnacht vor 75 Jahren erinnert.
Foto: VKK Dortmund.