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30.07.2021

Psalm 23 am Sprechenden Brunnen

Dortmunder Autor*innengruppe sprach Textcollage ein

Sie hatten sie für den Deutschen Evangelischen Kirchentag vor zwei Jahren kreiert, jetzt wandert sie in den ‚Sprechenden Brunnen‘ bei St. Petri: die Collage aus Geschichten und Gedichten, rund um Psalm 23 und seine Verbindung zu Dortmund. Mitglieder der Autor*innengruppe „LiteraturRaum DortmundRuhr“ sprachen ihre Werksammlung zu dem Thema jetzt selbst auf Tonträgern ein. Ab sofort erklingen die Texte aus dem Sprechenden Brunnen, dem außergewöhnlichen Geheimtipp für Zuhörer*innen hinter der Stadtkirche St. Petri.

Mit großem Erfolg hatte die Gruppe ihre Collage dem Publikum beim Kirchentag 2019 in Dortmund präsentiert. 13 Autorinnen und Autoren hatten dafür Texte unterschiedlichen Genres verfasst. Sie alle haben die Stadt Dortmund oder einige ihrer besonderen Orte oder Begebenheiten im Blick und bringen sie in Beziehung zum bekannten Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte …“. Psalm-Passagen haben die Literat*innen zu kurzen Prosatexten animiert, auch Gedichte finden sich unter den Kurzwerken. Entstanden ist eine literarische Zusammenstellung der Vielfalt. Sie mündete in die Literatur-Performance: ‚Mit Psalm 23 durch Dortmund‘.

„Wer was und in welcher Form schreibt, zu welchem Psalm-Wort und Ort, war völlig frei. Es gab lediglich eine Vorgabe für die Textlänge“, hatte Gruppenmitglied Anne-Kathrin Koppetsch, Pfarrerin und Krimiautorin, bei der Vorstellung des Projektes zum Kirchentag gesagt. Jetzt freut sie sich, dass die Texte in neuer Darbietung mit dem Sprechenden Brunnen wieder präsent werden.

Die Geschichten und Gedichte beschreiben Licht und Dunkel von Dortmund. Das Gast-Haus, in dem wohnungslose Menschen Zuflucht finden, ist Thema, die Innenstadtkirchen St. Marien und St. Reinoldi, die Linienstraße, eine Spielhalle oder das ‚Hundertwasser-Haus‘ in Aplerbeck. „Er führet mich zu frischem Wasser“ ließ Assoziationen zum Phoenix-See, zum Petersbrunnen in Syburg oder zur denaturierten Emscher entstehen. Es geht um Kneipen, Hochöfen und „finstere Täler“, die stillgelegte Zechen untergraben. Brunnengäste können sich auf eine vielfältige, bildreiche Textcollage freuen.

Der Literaturraum DortmundRuhr ist ein Zusammenschluss von mittlerweile mehr als 50 Autor*innen aus Dortmund, dem Ruhrgebiet, vom Niederrhein und aus dem Münsterland. Unter dem Motto ‚Wir leben Literatur!‘ finden sich immer wieder Autor*innen zu unterschiedlichen Projekten zusammen. In St. Petri will der Literaturraum DortmundRuhr im Herbst mit exklusiven Texten zum 500. Geburtstag des „Goldenen Wunders“ gratulieren. Wenn unter Corona-Schutzauflagen möglich sind dann auch Lesungen geplant.

Foto: Stephan Schütze
Am „Sprechenden Brunnen“: Artur Nickel, Hans-Ulrich Heuser, Thomas Kade, Pfarrerin Christel Schürmann, Marlies Blauth, Anne-Kathrin Koppetsch und Linn Schiffmann (v.l.).
Foto: Stephan Schütze