01.09.2020

Priorität Bildung

Bürgermeisterkandidaten für Lünen diskutierten auf dem Kirchen-Podium

„Zur Wahl gestellt - Wem wollen wir Lünen anvertrauen?“ Mit der Frage hatte der ‚Evangelische Ausschuss Gesellschaftliche Verantwortung Lünen‘ knapp zwei Wochen vor der Kommunalwahl in den Lüner Hansesaal eingeladen.

Der Diskussion stellten sich die Kandidaten für das Bürgermeisteramt in der Stadt: Amtsinhaber Jürgen Kleine-Frauns, der als unabhängiger Kandidat erneut ins Rennen geht, Rainer Schmeltzer (SPD) und Christoph Tölle (CDU). Sascha Gottwald (FWL), der als vierter Bewerber angekündigt war, hatte kurzfristig abgesagt.

Mit der Veranstaltung, die sowohl von Gästen vor Ort als auch im Internet per Live-Stream zu verfolgen war, bringe sich auch die Evangelischen Kirche aktiv in die Diskussionen vor der Kommunalwahl ein, sagte Michael Stache, stellvertretender Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund, in seiner Begrüßung.

Inhaltliche Schwerpunkte der Diskussionsrunde, die von Friedrich Stiller, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung im Kirchenkreis, und dem Lüner Stadtpfarrer Udo Kytzia moderiert wurde, waren die Themenkreise Sozialpolitik/Teilhabe/Stadtteile und Nachhaltigkeit/Mobilität/Verkehr.

Einig waren sich alle drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt, dass Bildung besonders im Blick der politischen Arbeit stehen müsse. Bildung habe höchste Priorität, wenn es um gesellschaftliche Teilhabe gehe, sagte der amtierende Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns. Dem pflichteten die beiden anderen Podiumsteilnehmer bei. Dass neun Prozent der Lüner Schülerinnen und Schüler die Sekundarstufe II ohne Schulabschluss verließen, sei nicht hinnehmbar, so CDU-Kandidat Christoph Tölle. Und auch Rainer Schmeltzer, derzeit Landtagsabgeordneter der SPD, forderte verbesserte Rahmenbedingungen und Zukunftschancen.

„Man wird als Kind ja nicht arm geboren“, sagte Schmeltzer. Generelles Ziel der Sozialpolitik müsse es sein, die Zahl der Empfänger von Transferleistungen zu verringern. Auch müsse das soziale Umfeld für die Menschen in den Stadtteilen verbessert werden. Allein der Bau neuer Sozialwohnungen reiche nicht aus.

Er sehe es als Ziel, Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten zusammenzubringen und Barrieren in den Stadtteilen aufzuheben, postulierte Christoph Tölle. Als Beispiel nannte er das Verhalten von Kindern. Denen sei es egal, wo ein anderes Kind herkomme, mit dem es gerne spielen würde.
Dass es indes eine Disparität zwischen unterschiedlichen Stadtteilen in Lünen gebe, bestätigte Amtsinhaber Jürgen Kleine-Frauns. Ihn hätten entsprechende Ergebnisse der Sozialstudie von 2017 nicht überrascht. Umso mehr arbeite er mit der Verwaltung daran, Lebensgrundlagen zu verbessern und wolle dies auch gerne weiterhin tun.

Zum Themenbereich Verkehr propagierte Kleine-Frauns ein ‚Integriertes Mobilitätskonzept‘, das den Verkehr mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln miteinander in Einklang bringen solle. Stärkere Verkehrsteilnehmer/innen sollten dabei auf schwächere Rücksicht nehmen.

CDU-Mann Christoph Tölle forderte eine Verkehrsentzerrung für Lünen. Man solle sich in anderen Städten eingehend informieren, wie ein zukunftsweisendes Konzept funktionieren könne. Das, so Tölle, sei bislang nicht geschehen.

Rainer Schmeltzer unterstrich seine Forderung nach einem kostenfreien Personennahverkehr. ÖPNV koste immer Geld, so der SPD-Politiker. Da sei es sinnvoll, ihn grundsätzlich für Bürgerinnen und Bürger kostenfrei anzubieten.

Schmeltzer lobte die Entwicklung hin zu einer klimaneutralen Synode, auf die Moderator Friedrich Stiller hingewiesen hatte. Ähnliche Bemühungen, etwa die Reduzierung von Papier, stellte er auch für die politische Arbeit in Aussicht: „Man kann etwas machen, man muss es nur wollen.“
Die Veranstaltung ist nach wie vor auf der Plattform youtube zu sehen.

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Die Veranstaltung zur Kommunalwahl in Lünen im Video