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12.07.2021

Neue Aufgabe in der alten Heimat

Abschied für Heike Bährle in Lütgendortmund

Wenigstens konnte sie sich richtig verabschieden. Die Voraussetzungen für Gottesdienste und Präsenzveranstaltungen waren nach Monaten der pandemiebedingten Einschränkungen gerade rechtzeitig wieder gelockert worden, damit Pfarrerin Heike Bährle mit einem Gottesdienst und Empfang in und vor der Bartholomäuskirche aus Lütgendortmund in die weite Welt gesandt werden konnte. Sie verlässt die Dortmunder Christus-Kirchengemeinde und wird künftig nur noch als gern gesehener Gast nach Nordrhein-Westfalen zurückkehren.

Die weite Welt ist in diesem Fall das Badische. Dort, in der Johannes-Diakonie, einem großen diakonischen Unternehmen, wird Heike Bährle in Zukunft als Diakonie-Pfarrerin tätig sein. Wer der quirligen Pfarrerin aufmerksam zuhört, der weiß, dass das Badische ihr nicht fremd ist. Wenn Heike Bährle jetzt mit ihrem Mann nach Mosbach zieht, dann kehrt sie in die Nähe ihrer alten Heimat zurück. Dass schon ihr Vater einst Pfarrer in der Johannes-Diakonie war, macht den beruflichen Wechsel für sie umso emotionaler. Als das Angebot aus Mosbach kam, sagte sie zu. Sonst, so meint sie, wäre die 55-jährige sicherlich in der Christus-Kirchengemeinde im Dortmunder Westen geblieben.

Denn hier setzte Heike Bährle elf Jahre lang Akzente. Und hier ist sie beliebt – der Abschiedsgottesdienst in der Bartholomäuskirche und anschließende Grußworte machten das mehr als deutlich. Aufgrund von Abstands-Regeln und Zugangsbeschränkungen konnten kaum alle in die Kirche kommen, die sich gern persönlich von Heike Bährle verabschiedet hätten. Es sei kein Grund zum Feiern, sagte Pfarr-Kollegin Bettina Wirsching, aber ein Tag, ihrer langjährigen Weggefährtin alle guten Wünsche mit auf den Weg zu geben. Der ständig stellvertretenden Superintendent Michael Stache entpflichtete Heike Bährle in dem Gottesdienst, sodass sie frei von aller formalen Bindung in den neuen Lebensabschnitt aufbrechen kann.

Dass sie sich auf die neue Aufgabe und die alte Heimat freut, ist der Pfarrerin anzumerken. Daraus macht Heike Bährle auch keinen Hehl, genauso wenig wie aus der großen Portion Wehmut, mit der sie die Gemeinde und ihr Pfarrhaus im Stadtteil Bövinghausen verlässt. Denn Heike Bährle hat sich hier wohlgefühlt und bekam von den Menschen um sie herum stets große Wertschätzung. In ihrer Predigt verband sie ihre zahlreichen Erinnerungen mit den Glocken in St. Bartholomäus. Sie wurden neu gegossen und eingeweiht, als Heike Bährle gerade als Pfarrerin in die Gemeinde gewechselt war, und läuten seitdem zu vielen alltäglichen und außergewöhnlichen Anlässen.

So spricht die Pfarrerin von dem oft bemühten lachenden und weinenden Auge, wenn Ende Juli endgültig die Koffer gepackt sind. Die, da ist sich Heike Bährle sicher, werden sie und ihr Mann in den kommenden Jahren immer wieder brauchen, um Urlaub in Dortmund und Umgebung zu machen. Dann wollen sie die beiden Söhne besuchen, die mittlerweile hier studieren, aber auch neugierig in der Dortmunder Kirchenlandschaft vorbeischauen – und Menschen aus der Christus-Kirchengemeinde wiedertreffen.

Foto: Stephan Schütze
Abschied in Lütgendortmund: Pfarrerin Heike Bährle (Bildmitte) mit ihrem Mann Gerhard Schäfer (rechts daneben), und v.l.: Pfarrer Hans-Otto Witt, Superintendent Michael Stache, Finanzkirchmeister Helmut Wiesemann, Pfarrerin Bettina Wirsching und Baukirchmeister Heinz Günter Rose.
Foto: Stephan Schütze