• Kontakt

02.05.2022

„Jedes Menschenkind so gut wie möglich begleiten“

Verabschiedung von Pfarrer Jochen Schade-Homann

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern, können nur gemeinsam das Leben bestehen.“ An diese Zeilen denke sie, wenn sie an den Fachbereich „Jugend und Erziehung“ im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund denkt. So begann Superintendentin Heike Proske ihre Ansprache während des Gottesdienstes zum Abschied von Pfarrer Jochen Schade-Homann Ende April in der Evangelischen Stadtkirche St. Reinoldi.

„Fast 70 Tageseinrichtungen für Kinder mit mehr als 4.400 kleinen Leuten, eine Jugendkontaktstelle mit Angeboten für Hunderte Jugendlicher und junger Erwachsener in Dortmund, Lünen und Selm, ein Freiwilligendienst für Menschen fast jeden Alters, seit es keine Verpflichtung für junge Männer mehr gibt, entweder zur Bundeswehr oder in einen sozialen Sektor zu gehen, und 5.000 Kinder in mehr als 30 Primarschulen, die im Offenen Ganztag leben, lernen, spielen und Erfahrungen machen dürfen, sind kleine und auch schon größere Menschen, die die Chance zu religionspädagogischer Bildung erhalten“, so die Superintendentin weiter. Als Leiter des Fachbereiches „Jugend und Erziehung“ trüge er seit 15 Jahren für rund 10.000 junge Menschen die Verantwortung. Pfarrer Jochen Schade-Homann habe in diesem riesigen und herausfordernden Arbeitsfeld ruhig und sicher, organisiert und planvoll, finanzbewusst und einsatzstark, vor allem aber: immer den Menschen zugewandt gewirkt. Der Beruf als Pfarrer sei seine Berufung gewesen.

In seinem Fachbereich habe er immer großen Wert daraufgelegt, jedes Menschenkind auf der wunderbaren Entdeckungsreise in die Welt und das Leben so gut wie möglich zu begleiten, herausragende Bedingungen zu schaffen – wo und wie immer möglich, Großen und Kleinen etwas zuzutrauen, sie zu fordern und zu fördern. Er habe immer sorgfältig seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Einstellungsgesprächen ausgesucht, dabei „meist ein gutes Gespür und auch Glück gehabt“. Viele Menschen „in unserem Kirchenkreis und in den Städten Dortmund, Lünen und Selm“ seien durch ihn geprägt.

Ab dem 1. Juli, dem offiziellen Beginn seines Ruhestandes, sei er frei von allen dienstlichen Verpflichtungen, von allen mit dem Amt des Pfarrers, des Fachbereichsleiters und des Geschäftsführers verbundenen Aufgaben und Pflichten. Dennoch dürfe er als ordinierter Pfarrer „weiterhin predigen, taufen, trauen, beerdigen und seelsorglich tätig sein“. Jochen Schade-Homann habe „Pfarrer gelernt“, aber gewirkt habe er als „Pädagoge, als Manager, als Sammelbecken für die Sorgen und Probleme anderer, als Personaldienstleister, als Architekt, als Hausmeister und Berater, als Ansprechperson tags und nachts, als zuverlässiger Begleiter, als Impulsgeber, als Finanzminister und Fortbildungsmensch, als Geschichtenerzähler und Geschichten-Hörer, als Ermutiger und Warner, als Kumpel und Chef, als Möglich-Macher und Zauberer“.

Im Namen des Evangelischen Kirchenkreises dankte Superintendentin Heike Proske, dass Schade-Homann seine „Gaben und Kräfte in der Gemeinde, im Fachbereich, in der Gemeinsamen Trägerschaft und in unserem Kirchenkreis eingesetzt“ habe. Mit der Bitte, den Dienst zu achten, den „Pfarrer Jochen Schade-Homann in unserem Kirchenkreis und oft gemeinsam mit Ihnen getan hat“, wandte sie sich an die anwesende Gemeinde. „Behalten Sie ihn in Ihrer Fürbitte, denn wir sind gemeinsam dazu berufen, die gute und Mut machende Botschaft Gottes in die Welt zu tragen in Wort und Tat.“

Anstatt wie üblich Grußworte zu verlesen, wurden sie zur Verabschiedung von Pfarrer Jochen Schade-Homann im Gottesdienstprogramm abgedruckt. So sprachen auf diesem Wege Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kindertagesstätten, Offenen Ganztagsschulen, aus der Diakonie, Vertreter aus der Politik und viele mehr ihren Dank für die teilweise langjährige Zusammenarbeit, verbunden mit guten Wünschen für die Zukunft, an Jochen Schade-Homann aus.

Die Kollekte des Gottesdienstes war für das Projekt „Musik in Kitas“ bestimmt.

Projekt „Musik in Kitas“

In den evangelischen Kitas ist das Singen und Musizieren mit Kindern ein unverzichtbarer Bestandteil des Angebotes und des Bildungsauftrages. Ziel des Projektes ist es, die „singende und alltagsmusizierende Kita“ zum Markenkern einer Evangelischen Trägerschaft zu machen. In Kooperation mit der Evangelischen Popakademie wird in den Kitas musik- und religionspädagogisch professionell mit Kindern, Eltern und Mitarbeitenden gearbeitet.

Foto: Stephan Schütze
Pfarrer Rüdiger Holthoff (Evangelische Kirchengemeinde Lünen), Pfarrer Jochen Schade-Homann und Superintendentin Heike Proske (Evangelischer Kirchenkreis Dortmund)
Foto: Stephan Schütze