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02.11.2020

„Hoffentlich bewegt, beschwingt, befreit.“

Digitaler Gottesdienst zum Reformationstag aus der Stadtkirche St. Georg in Lünen

Der besondere Gottesdienst zum Reformationstag ist in Lünen Tradition. Immer nach diesem Gottesdienst laden die Gemeinden alle Gäste zu einem Empfang ein. Gemeinsam schaut man auf das zurückliegende Jahr, trifft sich zum Plaudern und tauscht sich aus über Themen aus Kirche und Stadt.

„Sehr gerne wären wir der Tradition gefolgt“, sagte der zuständige Superintendent Michael Stache, ständig stellvertretender Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Dortmund, in der Begrüßung des diesjährigen Gottesdienstes. Aber in diesem Jahr war alles anders. Einen Empfang in der Stadtkirche St. Georg konnte es nicht geben. Und auch Besucherinnen und Besucher vor Ort waren nicht zum Gottesdienst zugelassen.

Aber der zentrale Reformationstags-Gottesdienst in Lünen fand dennoch statt. Die Kirche selbst war gefüllt von Mitwirkenden, die mit Abstand und Maske den Gottesdienst gestalteten. Neben Superintendent Stache waren das Pfarrer Udo Kytzia und Pfarrerin Kira Engel, eine Band rund um Kantorin Jutta Timpe, die für die musikalische Gestaltung verantwortlich zeichnete, und ein „Corona-Chor“, der, mit Abstand über den gesamten Kirchraum verteilt, seinen Gesang mit Maske kundgab, was dem Musikerleben keinen Abbruch tat.

Und auch wenn keine Besucherinnen und Besucher vor Ort waren, feierten dennoch viele Menschen live mit. Wer sonst selbst in die Lüner Stadtkirche gekommen wäre, konnte den zentralen Gottesdienst im Internet verfolgen. Davon machten viele virtuelle Gottesdienstbesucher*innen Gebrauch. Mehr als 100 User waren während des Gottesdienstes live online. Noch mehr verfolgten Gebete, geistliche Impulse und Musik direkt, denn manche Familie mag gemeinsam vor dem Bildschirm gesessen haben. Auf dem Videoportal YouTube ist der Gottesdienst, der live gestreamt wurde, auch nach dem Reformationstag noch zu sehen. So waren einen Tag später schon weit mehr als 400 Aufrufe zu verzeichnen.

Und auch wenn alle Beteiligten schweren Herzens auf das vertraute analoge Treffen in der Kirche verzichten mussten, wünschte Superintendent Michael Stache sich, alle mögen „hoffentlich bewegt, beschwingt und befreit‘ miteinander Gottesdienst feiern. Der stand und dem Motto ‚Es ist nichts verborgen‘.

Mit dabei war auch der frisch wiedergewählte Lüner Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns. Er war per Video für ein Grußwort zugeschaltet. Kleine-Frauns nannte es ein „besonderes Privileg“, als Katholik am Reformationstag in der Evangelischen Stadtkirche beteiligt zu sein. Der Bürgermeister sprach denn auch für ein ökumenisches Miteinander: „Was bedeuten Konfessionen in Zeiten, wo Zusammenhalt wichtiger denn je geworden ist.“

Pfarrerin Kira Engel fragte in ihrem Impuls nach der Existenz der Hölle. Sie sei keine schaurig schöne Vision, sondern in diesen Tagen für mehr Menschen real, als uns lieb sei. Aber sie wagte einen Vorgriff auf Weihnachten und erinnerte an die Botschaft der Engel auf dem Feld, die auch Luther bewegt habe: „Fürchtet Euch nicht!“. „Vielleicht können wir die Weihnachtsbotschaft ja auch schon etwas eher gebrauchen in diesen Tagen“, so ihr Vorschlag. Und sie ermutigte: „Schaut der hässlichen Fratze der Angst in die Augen. Was soll sie Euch anhaben? Gott ist doch auch noch da.“

Auch den Segen sandte Pfarrer Udo Kytzia via Videostream in die Welt. Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher zu Hause nahmen ihn gerne entgegen und verabschiedeten sich unter den Orgelklängen von Kantorin Jutta Timpe aus der – diesmal virtuell erlebten – Stadtkirche St. Georg.

Foto: Stephan Schütze
Der Gottesdienst zum Reformationstag ging aus Lünen digital in die Welt.
Foto: Stephan Schütze
Das eingebettete Video finden Sie unten.

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