• Kontakt

23.11.2021

Farbe bekennen

Der Evangelische Kirchenkreis Dortmund setzt ein klares Zeichen gegen sexualisierte Gewalt

Herbstsynoden treffen vorrangig Entscheidungen über Finanzen. Dazu dienen in der Regel routinemäßige Verfahren, nur selten rücken andere inhaltliche Themen in den Vordergrund. Eine Ausnahme bildete bei der Tagung der Kreissynode die Vorstellung eines neuen Arbeitsfeldes im Kirchenkreis: der Präventionsfachstelle zum Schutz vor sexualisierter Gewalt.

In einem kurzen Video erfuhren die 219 Dortmunder, Lüner und Selmer Synodalen Grundlagen und Einblicke in die Vorgehensweise der neuen Fachstelle, die zum 1. September des Jahres ihre Arbeit für den Kirchenkreis aufgenommen hat. Deren Leiterin Daniela Abels-Ehrenfried konnte den Synodalen in der Sitzung krankheitsbedingt nicht für direkte Rückfragen zur Verfügung stehen. Mündliche Erläuterungen werden spätestens in der Sommersynode möglich sein.

Wichtigstes Ziel sei es, im Kirchenkreis eine Kultur der Achtsamkeit zu schaffen, so Abels-Ehrenfried im Videobeitrag. Jede und jeder solle nach Möglichkeit eine Sprachfähigkeit für die Problematik entwickeln. Nur so sei auf lange Sicht ein angemessener Umgang mit dem sensiblen Themenfeld möglich.

Zusammen mit zwei weiteren Referentinnen und einer Verwaltungsmitarbeiterin will Daniela Abels-Ehrenfried die Präventionsarbeit im Kirchenkreis verankern. Grundlage dafür ist das neu entstandene Kirchengesetz der Evangelischen Kirche von Westfalen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt. Damit, so die Diplom-Theologin und ausgewiesene Fachfrau für Präventionsarbeit, solle auch deutlich werden, dass in Gemeinden und Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Dortmund, Lünen und Selm für jegliche Formen sexualisierter Gewalt oder Grenzüberschreitungen kein Raum ist.

Mit der Einrichtung der Fachstelle und der konsequenten Etablierung der Präventionsarbeit bezieht der Evangelische Kirchenkreis unmissverständlich Stellung in diesem öffentlich breit diskutierten Problemfeld. Er setzt ein klares Zeichen zum eindeutigen Umgang mit dem Thema und macht deutlich, dass der Auseinandersetzung mit der Problematik in seinem Umfeld prioritäre Bedeutung zukommt.

Jede*r Mitarbeiter*in im Bereich der Evangelischen Kirche in Dortmund, Lünen und Selm wird in naher Zukunft eine Schulung zum Thema ‚Schutz vor sexualisierter Gewalt‘ durchlaufen. Dabei gilt es, für eigenes Empfinden und eigene Grenzen sensibilisiert zu werden, Formen sexualisierter Gewalt zu erkennen und Wege der Intervention im Verdachtsfall kennenzulernen. Auch ist künftig von jeder/jedem Mitarbeiter*in ein erweitertes Führungszeugnis gefordert.

Letztlich, so Daniela Abels-Ehrenfried, sei es auch das Ziel der Schulungen, einen angstfreien Umgang mit dem viel diskutierten Problemfeld zu erreichen. „Körperlichkeit darf kein Tabu sein“, sagt die Leiterin der Präventionsfachstelle. Gerade Kinder im Kindergartenalter lernten über Körperkontakt. Und auch im Jugend- und Erwachsenenalter habe der körperliche Kontakt oft wichtige Funktionen, etwa beim Trösten. Entscheidend aber, sei es zu erkennen, wer in welcher Situation und in welcher Form sich den Kontakt wünscht.

Foto: EvKkDo
Das Team der neuen Präventionsfachstelle, v.l.: Daniela Abels-Ehrenfried, Regina Pätzold, Kerstin Tarrach und Leonie Hauptvogel.
Foto: EvKkDo