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25.07.2022

Ein Kapitän geht von Bord …

Nachruf auf Detlef Hollinderbäumer / Engagiert für Gemeinde und Kirchenkreis

Er galt als Macher und als Visionär. Was er anpackte, tat er aus Überzeugung und mit Leidenschaft – und immer, so beschreiben es Weggefährten, mit 100 Prozent. Doch den kurzen, heftigen Kampf gegen eine heimtückische Krankheit konnte er nicht für sich entscheiden: Am 11. Juli 2022 starb unser stellvertretendes Mitglied im Kreissynodalvorstand (KSV), Detlef Hollinderbäumer. Er wurde nur 63 Jahre alt. Der Evangelische Kirchenkreis Dortmund trauert um einen Mann, der christliche Nächstenliebe in seinem Leben praktizierte, der für seine Überzeugungen eintrat und der den Blick stets nach vorne richtete.

Um zu verstehen, was für ein Mann Detlef Hollinderbäumer war, lohnt ein Blick auf die Homepage der Firma, die der gebürtige Herforder vor mehr als 30 Jahren gründete: „Unsere Mitarbeiter sind unsere größte Stärke“, steht als Credo über der Liste der 50 Mitarbeitenden, von denen viele der Firma, wie ausdrücklich betont wird, „seit vielen Jahren treu“ sind. Jeder hat seine Aufgaben, und doch steht menschlich keiner über dem anderen – und so ließ sich Firmenchef Hollinderbäumer mit den Worten seines Teams beschrieben – denn diese spezielle Form der Kurzbeschreibung hatten sie miteinander für jede und jeden vom Azubi bis zum Chef beschlossen. Und so erfährt der Besucher der Seite über Hollinderbäumer: „Der Kapitän auf unserem Schiff, der in jedem Sturm den richtigen Hafen findet …“, aber auch, mit einem Augenzwinkern, dass er „Kaffee zum Funktionieren“ brauchte.

Im Presbyterium der heutigen Evangelischen Philippus-Kirchengemeinde steuerte er mehr als 20 Jahre lang mit. Er erkannte schon früh, dass die Evangelische Kirchengemeinde Löttringhausen, in der er seinen Dienst als Konfirmandenvater begann und wo er bald Presbyter wurde, allein nicht zukunftsfähig sein würde. Er vertrat die Haltung „lieber vereinigen, als vereinigt werden“ – und half voller Überzeugung intensiv dabei, die Fusion mit den Nachbargemeinden vorzubereiten, um handlungsfähig zu bleiben. Für ihn eine Selbstverständlichkeit, dass er auch im neuen Verbund Leitungsverantwortung übernahm.

Im Presbyterium leitete er den Diakonieausschuss, war Delegierter für das Spendenparlament und mitverantwortlich für den Bereich Ökumene und Weltmission sowie Delegierter für die Kreissynode – und so war es nur konsequent, dass Hollinderbäumer als Diakoniepresbyter im Juni 2021 sogar Mitglied im Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes wurde. Ebenfalls seit 2014 war Detlef Hollinderbäumer stellvertretendes KSV-Mitglied.

Bei der Eröffnung des neuen Kindergartens in der Philippus- Kirchengemeinde vor ein paar Wochen konnte er schon nicht mehr dabei sein – doch den Werdegang des konsequent ökologisch angelegten Gebäudes hatte er intensiv verfolgt und als Fachmann für die computergesteuerte Arbeit im Treppen- Holz- und Fensterbau auch noch wertvolle Anregungen einbringen können.

Unsere Gedanken gelten in diesen Stunden Detlef Hollinderbäumers Ehefrau Sabine, den gemeinsamen Kindern und allen, die einen Freund und Mitbruder verloren haben.

Nicole Schneidmüller-Gaiser

Foto: Privat
Detlef Hollinderbäumer engagierte sich Zeit seines Lebens für seine Überzeugungen. Im Alter von nur 63 Jahren starb das KSV-Mitglied am 11. Juli. Der Kirchenkreis trauert mit seiner Familie, Freunden und allen Angehörigen.
Foto: Privat