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01.02.2021

Ein Gerüst für die Orgel

Nach der Chororgel soll jetzt auch die neue Hauptorgel fertig werden

Lange hatten viele Menschen in Dortmund darauf gewartet: St. Reinoldi sollte eine neue Orgelanlage bekommen. Schon zum Kirchentag 2019, so war die Hoffnung, sollte die Chororgel, die kleinere der beiden Orgeln in der neuen Anlage, die der renommierte Orgelbaubetrieb Mühleisen aus dem baden-württembergischen Leonberg in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Architekturbüro Hirche erstellen sollte, zu hören sein. Doch die Arbeiten verzögerten sich, es zeigten sich Schwierigkeiten in der Umsetzung, immer weiter zogen sich die Bauarbeiten hin.

Jetzt aber hat die Vollendung des Werkes erkennbar Fahrt aufgenommen. Seit Ende vergangenen Jahres ist die neue Chororgel am südlichen Seitenschiff der Stadtkirche fertig. Es war ein klangvoller, bedeutender Moment, als Mitte November im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes die neue Chororgel zum ersten Mal erklang. Von zarten Klängen und einfühlsamen Registrierungen zu wuchtigen Akkorden mit glänzenden Mixturen hielt sie nicht nur, was man sich von ihr versprochen hatte – sie übertraf alle Erwartungen. Leider konnten sich aufgrund der verschärften Corona-Schutzmaßnahmen noch nicht viele Musikfreundinnen und -freunde davon live vor Ort überzeugen. Angekündigte Konzerte mussten immer wieder verschoben werden.

Aber schon fällt der nächste Schritt des Orgelbaus ins Auge. Denn im Januar wurde in der Kirche das große Gerüst aufgebaut, um die finalen Arbeiten an der Hauptorgel in Angriff zu nehmen. Vor dem westlichen Hauptportal, wo seit Monaten ein großes Bauloch klaffte, nachdem die alte Walcker-Orgel von 1958 abgebaut worden war, wird in den kommenden Monaten die neue Hauptorgel entstehen. Sie soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Dann können sich Besucherinnen und Besucher – hoffentlich wieder in größerer Zahl beim Gottesdienst- oder Konzertbesuch – auf ein großartiges Klangerlebnis freuen. Beide Orgeln lassen sich dann im Einklang spielen und werden die Stadtkirche St. Reinoldi mit nuancen- und facettenreichen Klängen erfüllen.

Bis dahin müssen Besucherinnen und Besucher allerdings erneut Einschränkungen in Kauf nehmen. Aufgrund der Baustelle, an der neben den hohen Gerüsten auch ein übergroßer Staub- und Dreckfänger installiert wurde, wird der Kirchraum für eine längere Zeit wieder nur eingeschränkt für Besichtigungen, Andachten und Gottesdienste zur Verfügung stehen. Die Öffnungszeiten der Kirche müssen entsprechend variieren.

Gefeiert werden wird jedoch auch mit Baustelle. Sobald der Pandemieschutz Präsenzveranstaltungen vor Ort zulässt, wird St. Reinoldi wieder zu Gottesdiensten einladen. Und auch auf die ausstehenden Begrüßungskonzerte für die neue Chororgel können sich Kirchbesucherinnen und -besucher freuen.

Foto: Jan Heinze
Das große Gerüst für die neue Hauptorgel steht seit Januar in der Stadtkirche St. Reinoldi
Foto: Jan Heinze