18.12.2017

Ein „Feuerwerk“ zum „Finale“

Bach-Chor interpretierte Weihnachtsoratorium in ungewohnter Form

Bachs Weihnachtsoratorium einmal anders - am 16. Dezember gleich bei zwei Konzerten in der St Reinoldi-Kirche vom Bach-Chor als Abschluss seines Jubiläumsjahres zum Besten gegeben.

In der Tat ein „Feuerwerk“, wie es der scheidende Reinoldikantor Klaus Eldert Müller in seiner Begrüßung bemerkte. Aus den sechs Kantaten hatten die Chor-Mitglieder ihre „Lieblingsstücke“ ausgewählt, neu komponiert zu einem attraktiven Gesamt-Opus mit gut 90 Minuten Dauer. Das quittierten die Zuhörenden mit großer Zustimmung und entsprechendem Applaus.

Mal keine gesungenen Rezitative mit der Botschaft der Weihnachtsgeschichte, vielmehr überzeugend gelesen von Harald Schwaiger, eingebettet in Choräle, Rezitative und Arien, den Bogen spannend von der Ankündigung der Geburt des Erlösers bis hin zur Erzählung von den Weisen aus dem Morgenland, die durch fromme Legende zu „Heiligen Drei Königen“ wurden.

Das „Feuerwerk“ entfachte der Bach-Chor insbesondere mit dem „Ehre sei dir Gott“, aber auch beim Schluss-Gesang („Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“), zudem noch durch ein flottes Tempo gekennzeichnet. Nicht zuletzt die Choräle erfuhren durch das Gesamt-Ensemble eine ausdrucksvolle Interpretation.

Die Solisten-Riege stand diesen positiven Eindrücken nicht nach. Vor allem Simone Schwark (Sopran), Gustavo Martin-Sánchez (Tenor) und Matthias Horn (Bariton) sind da zu erwähnen. Wenige Unsicherheiten der Instrumentengruppe wurden durch den nachhaltigen Gesamt-Eindruck wettgemacht, und letztlich das Programmheft gab mit zahlreichen Fotos einen adäquaten Überblick über das, was sich alles im 125. Jahr des Bestehens ereignet hatte.

Wenn Klaus Eldert Müller nun zum 1. März an den Lübecker Dom wechselt, wird Ansgar Kreutz als Interimskantor die chorische Arbeit des in Dortmund fest verankerten Ensembles bis auf weiteres fortführen. Im Hinblick auf den 17. März ist bereits Bachs Johannespassion angekündigt.
Hartmut Neumann