12.09.2018

Dosenwerfen für Umwelt und Nachhaltigkeit

Die Messe ‚Fair Friends‘ lud in die Dortmunder Westfalenhallen ein

Ob ich denn mal werfen möchte? Am Stand von ‚HeiGreen‘ sind Blechdosen gestapelt. Wie an einer Jahrmarktsbude können Besucher sie mit einem kleinen Ball umwerfen. Wer trifft, darf sich eine der umgefallenen Dosen aussuchen. Sie trägt eine spezielle Frage zu Umwelt und Nachhaltigkeit, die es zu beantworten gilt. Bei annähernd korrekter Antwort winkt ein Schokoladenherz als Preis.

Ausgedacht hatten sich das Schülerinnen und Schüler des Dortmunder Heisenberg-Gymnasiums. Sie präsentierten ihre Schülerfirma, die im August 2017 aus der 8. Jahrgangsstufe heraus gegründet worden war, auf der Messe ‚Fair Friends‘, der größten Messe für nachhaltige Lebensstile, fairen Handel und gesellschaftliche Verantwortung in Deutschland, die im September in den Dortmunder Westfalenhallen stattfand.

HeiGreen hilft Mitschüler/innen bei der Beschaffung von schulischem Gebrauchsmaterial wie Stiften, Heften oder Klausurbögen, alles selbstverständlich nachhaltig produziert und umweltbewusst. Und auch bunte Stressbälle können die Kids am Heisenberg-Gymnasium bei der Schülerfirma erstehen. Auf der ‚Fair Friends‘ kooperierten die HeiGreen-Aktiven mit dem Dortmunder Informationszentrum Dritte Welt.

Gleich nebenan lud die Arbeitsstelle Mission Ökumene und Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen an ihre Kirchentagsbude ein, wo die Gäste sich insbesondere über Projekte der Aktion ‚Brot für die Welt‘ informieren konnten. Und auch weitere evangelisch geprägte Anbieter lockten an ihre Stände, etwa der Weltladen Aplerbeck oder das Projekt ‚Faire Kitas‘, das in kleinen Workshops Upcycling aus gebrauchten Dingen des Alltags oder die Herstellung von Straßenkreide aus Naturfarbstoffen vorstellte.

Vier Tage lang bot die ‚Fair Friends‘ einen Querschnitt über fairen Handel, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen und informierte über gesellschaftlich verantwortliches Handeln. So lüftete beispielsweise eine Wand mit unterschiedlichen Schaukästen Bankgeheimnisse. Hinter jeder der Türen verbargen sich Informationen über Großbanken, die mit ihren Aktivitäten weltweit ins Ökosystem eingreifen, soziale Probleme forcieren oder Lebensgrundlagen zerstören.

Flankiert wurde die Messe von Vorträgen und Podiumsveranstaltungen. Sie startete mit einem ‚Fachtag faire und nachhaltige Beschaffung‘, an dem sich Vertreter/innen von Kirchen und Kommunen über Möglichkeiten bewusst gestalteten Beschaffungsmanagements austauschten.

Aber auch schöne Dinge zu kaufen gab es neben Informationen und Austausch. Fair gehandelter Schmuck etwa, nachhaltig produzierte Mode oder faire Süßigkeiten reizten zum Kauf. So bot die Fair Friends eine Balance aus Produktinformationen, Konsum und Fachdiskussion.

 

 

Foto: Stephan Schütze
Dortmunder Schülerinnen und Schüler setzen sich ein für fairen Handel und Nachhaltigkeit. Foto: Stephan Schütze