Chorhausfassade von St. Reinoldi kurz vor der Fertigstellung

Der Laie würde es als Kirchenfenster, vielleicht sogar nur als Fensterrahmen bezeichnen, für den Experten ist es ein „Maßwerk“.

Das sind schmuckvolle Steinverzierungen, die die Mosaike des Bleiglasfensters halten – eine filigrane Arbeit für Steinmetze. Und genau die sind schon seit mehreren Monaten dabei, in die Chorhausfassade der Stadtkirche St. Reinoldi ein neues Maßwerkfenster einzupassen. Das soll noch vor dem Weihnachtsfest fertiggestellt sein. Es ist übrigens, so erläutert Susanne Kideys, Architektin im Evangelischen Kirchenkreis, das größte erneuerte Maßwerkfenster in Dortmund.

Die Vorgeschichte: vor rund anderthalb Jahren hatten die Fachleute bei Reinigungsarbeiten an St. Reinoldi Schäden am alten Maßwerk der Chorhausfassade festgestellt. Der Steinersatzmörtel, nach dem Krieg eingefügt, drohte sich zu lösen. Deshalb musste das vollständige Maßwerkfenster ausgebaut werden.

Nachdem die Verglasung demontiert und die ersten Maßwerkteile und Windeisen ausgebaut waren, wurde der Grad der Zerstörung erkennbar. Einige Maßwerkstücke waren von innen bereits völlig zerstört. Nur die äußere Beschichtung hielt sie zusammen. In der Werkhalle der ausführenden Firma Megalith wurde es ausgelegt. So konnte für jedes Stück des Fensters einzeln bestimmt werden, welches überarbeitet und wieder eingebaut werden konnte und welche Stücke gänzlich erneuert werden mussten. Nach dem Ausbau stand fest: 80 Prozent der Sandsteinwerkstücke waren zu erneuern.

Susanne Kideys und Stadtkirchenpfarrer Michael Küstermann sind zuversichtlich, dass noch im Advent die nötigen Steinmetzarbeiten abgeschlossen sind. Derzeit wird der schönste Teil des Fensters, der obere Abschluss der filigranen  Sandsteinkonstruktion, eingebaut und im Januar 2018 soll die Bleiverglasung des Künstlers Hans Gottfried von Stockhausen  wieder eingesetzt werden.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Sanierung mit einem Betrag in Höhe von 260.000 Euro. „Die Gesamtsumme der Fassadenrenovierung liegt jedoch bei 1.484.000 Euro“, so Pfarrer Küstermann. Deshalb bittet die Stadtkirche St. Reinoldi um Spenden.

Spenden

  • Stiftung St. Reinoldi
    Sparkasse Dortmund
    IBAN: DE32 4405 0199 0001 1722 80
    BIC: DORTDE33XXX
    Betreff: rettet reinoldi
Foto: Stephan Schütze
Steinmetze passten St. Reinoldi ein neues Maßwerkfenster ein. Foto: Stephan Schütze