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16.06.2021

Breites Bündnis bekennt Farbe

„Wir in Dortmund für Vielfalt und gegen Antisemitismus“

Mehr als 20 Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Institutionen und Gruppierungen aus Dortmund haben sich gemeinsam öffentlich gegen jede Form von Antisemitismus ausgesprochen. „Wir in Dortmund für Vielfalt und gegen Antisemitismus“ lautet der Name der Aktion, die von der Polizei Dortmund initiiert wurde. Auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul unterstützt die Dortmunder Aktion. „Null Toleranz bei Rassismus. Die Polizei in NRW schützt jüdisches Leben und verfolgt antisemitische Straftaten konsequent und mit allen Mitteln des Rechtsstaates“, so das Statement des Innenministers.

Für den Evangelischen Kirchenkreis Dortmund beteiligte sich der Leiter des Referats für Gesellschaftliche Verantwortung, Pfarrer Friedrich Stiller an der stadtweiten Aktion. Stiller, der im Kirchenkreis auch Beauftragter für den christlich-jüdischen Dialog ist, äußerte sich in Vertretung von Superintendentin Heike Proske. „In diesem Jahr gedenken wir der 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland“, so Stiller. Es sei wie ein Wunder, dass es auch nach so langer Zeit jüdische Gemeinden in Deutschland und in Dortmund gebe. „Voller Dankbarkeit verbinden wir das mit dem klaren Bekenntnis, als Christ*innen jedem Antisemitismus entgegenzutreten. Dabei schauen wir auch kritisch auf die Geschichte der Kirche.“

Schon einige Wochen zuvor hatten die Evangelische Kirche und die Katholische Kirche mit einem gemeinsamen Brief ihre Solidarität mit der Jüdischen Kultusgemeinde zum Ausdruck gebracht. Deren Vorstand Zwi Rappaport hatte kürzlich ein Videogrußwort an die Synode des Evangelischen Kirchenkreises gerichtet.

„Ein wichtiger Beitrag gegen jeden Rassismus und für den Frieden ist der Dialog der Religionen, das bewusste Miteinander von Christen und Juden, aber auch Muslimen. Daran halten wir fest“, bekräftigte Pfarrer Friedrich Stiller in seinem Beitrag zur Gemeinschaftsaktion. Daran beteiligten sich unter anderem auch Zwi Rappaport und der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Leonid Chraga, aber auch Vertreter*innen der Muslimischen Community wie Naciye Kamcili-Yildiz, stellvertretende Vorsitzende der neuen Islamischen Akademie NRW, oder der Vorsitzende des Rats der Muslimischen Gemeinden in Dortmund, Ahmad Aweimer. Auch Oberbürgermeister Thomas Westphal, BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Radio 91.2-Chefredakteur Mathias Scherff und der Propst der Katholischen Stadtkirche Andreas Coersmeier reihten sich ein in die Liste der Unterstützer*innen.

„Es gibt jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die aus Angst vor Übergriffen ihren Glauben und damit einen Teil ihrer Identität verstecken – und das im Jahr 2021“, heißt es in der Begründung der gemeinsamen Solidaritäts-Aktion. Für Polizeipräsident Gregor Lange ein unerträglicher Zustand. „Wenn ich höre, dass diese Bürgerinnen und Bürger sich unsicher fühlen, und wenn ich lese, dass es Jüdinnen und Juden gibt, die darüber nachdenken, Deutschland zu verlassen, dann erschüttert mich das zutiefst“, so der Polizeipräsident.

Für ihre Solidaritäts-Kampagne nutzte die Polizei Dortmund insbesondere soziale Netzwerke. Über Facebook, Instagram und Twitter waren die Beiträge der Mitwirkenden aus unterschiedlichen Perspektiven zu lesen. „Die Dortmunder Stadtgesellschaft hat schon oft bewiesen, dass sie zusammensteht, Solidarität lebt und Gesicht zeigt“, so Initiator Gregor Lange. „Wir sagen: Antisemitismus, egal aus welcher Ecke er kommt, werden wir in Dortmund niemals dulden!“

Kollage: Polizei Dortmund
„Wir alle sind Dortmund“. Vertreter*innen aus unterschiedlichen Institutionen bekundeten ihren festen Willen, gegen Antisemitismus einzutreten.
Kollage: Polizei Dortmund