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02.09.2013 // Rechtsextremismus

1000 gegen den Aufmarsch der Neonazis

„Es ist klar geworden, dass die Partei ´Die Rechte´ mit dieser Demonstration ihr selbstgestecktes Ziel nicht erreicht hat.“ Das ist das Resumee von Pfarrer Friedrich Stiller.

Rechte haben selbstgestecktes Ziel nicht erreicht

„Es ist klar geworden, dass die Partei `Die Rechte´ mit dieser Demonstration ihr selbstgestecktes Ziel nicht erreicht hat.“ Das ist das Resümee von Pfarrer Friedrich Stiller vom Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus zu dem Neonaziaufmarsch am 31. August.

Stiller freute sich darüber, dass der Arbeitskreis mit seiner Gegenkundgebung „ein sehr deutliches und für die Nazis wahrnehmbares Zeichen“ gesetzt hat.  Die Mischung aus zivilgesellschaftlichem Engagement und staatlicher Repression biete eine Möglichkeit, die Rechtsradikalen zurückzudrängen.

Bereits auf dem Platz der alten Synagoge hätten die Kirchen mit einer eigenen gemeinsamen Auftaktveranstaltung gezeigt, dass sie in dieser Frage zusammenstehen. „Rund 150 Menschen haben bereits dort das Motto `Christen gegen Rechtsextremismus´ mit Leben gefüllt.“

Bis zu 700 Teilnehmende an den Kundgebungen und der Demonstration des Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus und mehrere hundert entlang der Route des Naziaufmarsches – insgesamt waren es über 1.000 Menschen, die gegen die 380 Rechtsradikalen demonstrierten.

„Ich danke ihnen, dass sie hier sind, dass sie zeigen, wo die rote Linie überschritten ist, dass sie deutlich machen, dass wir eine wehrhafte Demokratie leben“, so Superintendent und VKK-Vorstandsvorsitzender Paul-Gerhard Stamm auf der Kundgebung in Sicht- und Hörweite der Nazis.

Er sei sich als Christ und evangelischer Pfarrer bewusst, „dass wir einmal in diesen Fragen versagt haben.“  Heute wüsste man, dass diejenigen sich schuldig machen, die sich heraushalten. Er selbst stünde in der Tradition der Christinnen und Christen, „die für die Menschenwürde, die Freiheit kämpfen, gegen Rassismus und Ausgrenzung.“

Es sei „unglaublich ärgerlich“, so Stamm, dass die Rechtsradikalen den Internationalen Antikriegstag „missbrauchen und für ihre höchst eigenen Interessen einsetzen.“ Gerade aktuell sei der Antikriegstag „zwingender und notwendiger denn je“. Denn die USA würden sich auf einen Militärschlag gegen Syrien vorbereiten. „Die Mehrheit unserer Bevölkerung, die Mehrheit der Briten und Amerikaner wollen keinen Krieg.“ Mit ihm bestünde die Gefahr, „dass die Region im nahen Osten ein Brandherd wird.“

Stamm erinnerte  auf der Kundgebung an die berühmte Rede, die Martin Luther King vor 50 Jahren gehalten hatte und schloss, ihn zitierend: „Ja, wir alle haben einen Traum, den Traum von der Gleichheit der Menschen, den Traum von der ungeteilten Menschenwürde, den Traum, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einmal ein Ende haben.“

Foto: Stephan Schütze



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Teil der Demonstranten gegen den Naziaufmarsch am 31. August 2013 war auch der "Arbeitkreis Christen gegen Rechtsextremismus".
Foto: Stephan Schütze