Bolenge/Kongo

Das Ambulanzboot für Bolenge

Ein Erfolgsprojekt des Ev. Kirchenkreises Dortmund

Ziel

Medizinische Basisversorgung für sehr entlegene, nur per Boot erreichbare Dörfer des Partnerkirchenkreises Bolenge in der Demokratischen Republik Kongo. An den Flüssen Kongo und Ubangi leben bis zu 100.000 Menschen, die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben – die meisten haben noch nie einen Arzt gesehen.

Projektstart

Im September 2011 startet der kongolesische Arzt Dr. Yoursen Bosolo aus der Jüngerkirche, der Partnerkirche in der Äquatorregion, mit einem kleinen Team zu einer 10tägigen Erprobungstour. Das Boot samt Treibstoff stellt der WWF (s.u.).
Der Erfolg ist überwältigend: Über 1.200 Behandlungen, 19 Operationen, 9 Geburten.
Die Dankbarkeit der Bevölkerung ist unbeschreiblich: Zum ersten Mal kommt ein Arzt in diese Region.

Was ist das Ambulanzboot?

Ein Hausboot, das vor Ort auf drei traditionellen Einbaumbooten (Pirogen) gebaut worden ist, mit zwei Außenbordmotoren betrieben – eine absolut angepasste Technologie, die sich sehr bewährt hat – stabil und vor Ort reparierbar und offenbar nicht attraktiv für Diebstahl, Plünderung etc.

Es dient als Transportmittel für

  • das medizinische Team,
  • zwei aufblasbare Zelte als kombinierbare mobile Behandlungs- und
    Operationseinheit, in der einigermaßen steril gearbeitet werden kann
  • Ausstattung: Generator, Operationstisch und -lampe, Solarkühlschrank,
    Ultraschallgerät, Monitor, Feldbetten, Kompressor, EKG-Gerät etc.
  • Medikamente
  • Treibstoff für die gesamte Dauer des Einsatzes

Kirchenpräsident Bonanga: Das Ambulanzboot ist Evangelisation durch die Tat.

Wer arbeitet auf dem Ambulanzboot?

Ein hochengagiertes, einheimisches Team, bestehend aus zwei Ärzten, einer Hebamme, zwei Krankenpflegern, einem technischen Helfer und einem Experten für Familienplanung. Weitere junge Ärzte nehmen inzwischen gern an den Fahrten teil, weil sie hier Gelegenheit haben, sich fortzubilden an Geräten, die es sonst in der Region nicht gibt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten hat das Ambulanzbootteam?

Malaria, Durchfälle, Atemwegserkrankungen, sexuell übertragbare Krankheiten, HIV/AIDS, Verletzungen, Verbrennungen, komplizierte Geburten, Operationen (Leistenbrüche, Blinddarm, Zysten, Hauttransplantationen etc.). Seit Mitte 2015 auch Familienplanung.

Beeindruckende Zahlen

Auf bisher 28 Touren (Stand Oktober 2016) in fünf Jahren konnten über 33.000 Behandlungen und mehr als 1.500 Operationen durchgeführt  werden. Vielen Müttern wurde bei Geburten geholfen, so dass die Kinder gesund zur Welt kamen. Auch konnte nachweislich die erschreckend hohe Sterberate von Müttern und Kindern in der Region gesenkt werden.
Das Ambulanzboot macht pro Jahr sechs Touren in die entlegenen Gebiete. In der übrigen Zeit arbeiten die Ärzte im Krankenhaus von Bolenge, dem Zentrum der Jüngerkirche der Äquatorprovinz.

Was kostet das?

Jede Tour kostet:

  • Gehälter med. Personal
    ca. 2.500 US Dollar
      
  • Medikamente
    ca. 4.500 US Dollar
      
  • Mobilität (Treibstoff, Bootsführer)
    3.000 bis 5.000 US Dollar

Die Menschen in den Dörfern zahlen, wenn möglich 1 bis 10 US Dollar pro Behandlung. Das Geld geht an örtliche Krankenpfleger, die die Nachbehandlung in den Dörfern machen. So können einfache medizinische Strukturen in den Dörfern aufrechterhalten werden. Auch für Medikamente werden minimale Beträge erhoben werden, um die Eigenverantwortung zu stärken.

Das Ambulanzboot unterwegs

Wo kommt das Geld her?

Ausschließlich aus Spenden hauptsächlich aus Dortmund - das Projekt ist auch in Zukunft auf Spenden angewiesen. Der WWF stellt die Außenbordmotoren, den Treibstoff und die Bootsführer und finanziert die Familienplanungskosten.

Warum ist der WWF „mit im Boot“?

Die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature) ist im Kongobecken, dem zweitgrößten Regenwald der Erde, aktiv zum Schutz der Biosphäre. Der WWF hat erkannt: Das geht nur zusammen mit den Menschen der Region. Erst einmal müssen deren Grundbedürfnisse erfüllt sein – das heißt vor allem Gesundheit. Das Ambulanzboot ist „Türöffner“ für Naturschutz. Auch für andere Naturschutzgebiete im südlichen Afrika profitiert der WWF inzwischen von der Erfahrung Dr. Bosolos. Auf Einladung des WWF konnte Dr. Bosolo Anfang Oktober 2016 auf dem World Health Summit in Berlin das Ambulanzbootprojekt in einem Workshop zum Thema: Mobile Gesundheitsversorgung in entlegenen Gebieten in failing states vorstellen – mit großem Erfolg!

Dorothea Philipps, Pfarrerin i. R

Das Ambulanzboot – eine Erfolgsgeschichte. Foto: Matthias Dehling, WWF 2014

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