Kirchenvertreter begrüßen Bekenntnis zu Demokratie und Rechtsstaat der Dortmunder DITIB - Moscheen

Spitzengespräch zwischen evangelischem Kirchenkreis, katholischer Stadtkirche und Vertretern der zwölf DITIB Moscheen befasst sich mit aktuellen Dialogfragen.

Aktuelle Fragen des Interreligiösen Dialogs und die anhaltenden Auseinandersetzungen um den DITIB -Bundesverband in der Öffentlichkeit haben die Spitzen der Dortmunder Kirchen mit Repräsentanten der hiesigen DITIB –Moscheen erörtert. Anlass dafür war eine Erklärung der zwölf  Dortmunder DITIB – Moscheen zum friedlichen  Miteinander vom Sommer.

Ogün Arpaci, Adem Sönmez und Emre Gülec erläuterten zentrale Punkte der Stellungnahme, die im Juni den Ratsfraktionen und den Partnern im interreligiösen Dialog übermittelt wurde. Superintendent Ulf Schlüter vom evangelischen Kirchenkreis und der stellvertretende katholische Stadtdechant Ansgar Schocke bezeichneten die Erklärung als bemerkenswerten Schritt zum Erhalt der Zusammenarbeit. Der Islambeauftragte Pfarrer Friedrich Stiller hob hervor, ihm sei aus anderen Städten in NRW kein vergleichbares Papier bekannt.  

In der Erklärung heißt es, man halte fest „an verfassungsrechtlichen Prinzipien in Deutschland“ wie „Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, Pluralismus, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“. Wichtig ist den muslimischen Vertretern die Aussage:„Politischer Meinungsstreit hat nichts in einer Moschee zu suchen. Wir achten stets darauf, dass sich alle Menschen unabhängig von ihrer politischen Meinung bei uns im Gottesdienst wohlfühlen.“ Sie fordern, dass sich „politischer Meinungsstreit stets an den Geboten der Gewaltlosigkeit, des fairen Umgangs und der Mäßigung“ orientiere.

Zu ihrem Verhältnis zu überregionalen DITIB -Verbänden wird gesagt, die Ehrenamtlichen in den Moscheevorständen trügen „allein die Verantwortung für die Gestaltung und Pflege unseres Vereinslebens. Niemand, weder im Inland, noch im Ausland hat sich in unsere Vereinsarbeit einzumischen. Alle Entscheidungen über unsere Vereinstätigkeit treffen wir im Rahmen unseres Gesamtverbandes, im Zusammenwirken aller Verbandsebenen und vor Ort in Eigenverantwortung und Selbständigkeit.“ Die Erklärung schließt mit einem Bekenntnis zu einem besseren Miteinander und der Kampagne „Wir alle sind Dortmund.“

Weiter wurden in dem Gespräch lokale Fragen der Zusammenarbeit erörtert. Sehr positiv vermerkten beide Seiten die Fortsetzung des traditionsreichen Fussballturniers der Religionen. Die christlichen Vertreter wünschten sich darüber hinaus mehr Kontinuität in der Mitarbeit in den interreligiösen Gremien. Die muslimischen Gesprächspartner kündigten eine interne Klärung an, welche Rolle in Zukunft der Rat der Moscheevereine spielen solle.

Einig war man sich, dass in Dortmund die nachbarschaftlichen  Beziehungen im Vordergrund stehen müssten, während grundsätzliche Klärungen vor allem Aufgabe der überregionalen Organisationen sei.

Der DITIB- Bundesverband ist eng mit der Religionsbehörde der Türkei verbunden. Fast 900 Moscheevereine in Deutschland sind Mitglieder. In Dortmund sind es zwölf Vereine.