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Fußball Turnier der Religionen in Dortmund

2012

7. Interreligiöses Fußballspiel im Hoeschpark

Imame siegten deutlich

Mit einem 8:2 Sieg verteidigten die Imame am Sonntag, 24. Juni 2012, beim 7. Interreligiösen Fußballturnier im Dortmunder Hoeschpark den Titelgewinn aus dem letzten Jahr. Bei strömendem Regen stand es schon nach den ersten 25 Minuten 3:1 für die Muslime. Im Vergleich aller sieben Turniere steht es allerdings immer noch 4:3 Siege für die evangelischen Theologen.

Der starke Regen und der nasse Rasen waren nicht die besten Bedingungen für ein gutes Fußballspiel. Matthias Scherff von Radio 91.2 und Gerd Kolbe verglichen in ihrem Spielkommentar das Spiel der Akteure mit „Schlittschuhlaufen“. Immer wieder rutschten Spieler über den Ball, flache Bälle erreichten nicht immer ihr Ziel.

Mit den Bedingungen am besten kamen die in grün gekleideten Imame und deren Nummer 13 zurecht. Die setzte die Abwehr der Pfarrer von Anfang an unter Druck und schoss die meisten Tore. Scherff und Kolbe verleitete das über die Taktik der Rot-blauen nachzudenken: „Sollte man die 13 nicht eher unter Manndeckung nehmen?“.

Beeindruckt waren sie auch vom Kurzpassspiel der Grünen vor dem gegnerischen Tor.  Es sei fast so so gut wie das Tiqui-taca der Spanier bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine.

Die Pfarrer haderten mit einem vom jüdischen Schiedsrichter Alexander Pufahl nicht gegebenen Tor zum 3:2. Der Ball tropfte von der Latte vor das Tor der Imame. Was die Kommentatoren Scherff und Kolbe an das Wembley-Tor der Weltmeisterschaft 1966 in England erinnerte. Ob das 3:2 aber den Spielverlauf beeinflusst hätte, vermochte sie dann doch nicht zu sagen.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau dankt für "feines Projekt"

Der Schirmherr des Fußballturniers der Religionen Oberbürgermeister Ullrich Sierau übergibt den Pokal an die Imame und gratuliert zum hochverdienten Sieg.
Foto: Stephan Schütze
Siegerehrung

Für den Schirmherr, den Dortmunder Oberbürgermeister, Ullrich Sierau ist das Fußballturnier der Religionen ein „feines Projekt“. Das sei ein Miteinander der Religionen zum Anfassen sagte er zu Beginn des Spiels. „2006 zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland sind in Dortmund Menschen aus den unterschiedlichen Religionen aufeinander zugegangen und haben nach neuen Formaten für den Interreligiösen Dialog gesucht“, sagte Sierau. Da habe gerade in der Fußballhauptstadt Dortmund ein gemeinsames Fußballturnier nahegelegen.

„Mit dem Friedenslicht der Religionen und dem Interreligiösen Gebet steht es in einem größeren Zusammenhang“. Wer sich bei diesen Aktionen gemeinsam auf den Weg mache und kennenlerne, könne den Alltag in Dortmund von den Konflikten in der Welt trennen. „Sie beeinträchtigen das Leben in Dortmund nicht“, so Sierau.

Mittlerweile habe das Fußballspiel Geschichte geschrieben, erinnerte er. Die Trikots des ersten Turniers 2006 hängen im Deutschen Museum in Bonn. Auch das Rahmenprogramm zeige, was mit Turnieren in den letzten sieben Jahren auf den Weg gebracht wurde. „So ist im Laufe der Zeit aus dem Fußballspiel ein Sommerfest der Religionen geworden“, erklärte der OB, „dafür bin ich den Organisatoren dankbar“.

Lokalradio verteilte Regenponchos

Bei schlechtem Wetter war der Rasen schwer zu bespielen. Foto: Stephan Schütze
Spielszene

Beim Spiel der Herren am Nachmittag gewann ebenfalls eine muslimische Mannschaft 6:3 gegen eine jüdische. Das Kinderturnier wurde wegen des schlechten Wetters abgesagt. Gegen den Regen sang der Gospelchor „Spirit of Harmony“ der evangelischen Christusgemeinde Dortmund an und die Tanzgruppe „Harimon“ der jüdischen Kultusgemeinde lockte die Besucher unter Schirmen an die Bühne. Zum Schutz verteilte das Lokalradio 91.2 an die Besucher Regenponchos.

Pavillons boten Schutz

Das eigentlich breit gefächerte Rahmenprogramm beschränkte sich bei zunehmendem Regen auf die Angebote unter den Pavillons. So fanden die Besucher Schutz vor dem Nass im Café der Begegnung der evangelischen Paulusgemeinde. Die Muslimische Gemeinde Borsigplatz sorgte mit türkischen Speisen fürs leibliche Wohl. Die Kinder fanden Unterschlupf bei Angeboten des evangelischen Lutherkindergartens und des Mondo mio! Kindermuseums.

Selbstverpflichtung des Arbeitskreises Religion und Integration

Vor dem Spiel verlasen Superintendent Paul-Gerhard Stamm, Rabbiner Avichai Apel von der Jüdischen Kultusgemeinden Dortmund und Imam Ahmad Aweimer, Vorsitzender des Rates der muslimischen Gemeinden in Dortmund die Selbstverpflichtung des Dortmunder Arbeitskreises Religion und Integration: „Wir wollen einander mit Respekt begegnen. Wir wollen einander besser kennenlernen. Wir wollen den Glauben des anderen respektieren. Wir bitten gemeinsam um Geduld, wenn wir auf dem Weg zueinander nur langsam vorankommen“.

Auszeichnung mit Julius-Hirsch-Preis des DFB 2009

Nach wie vor ist das Turnier bundesweit einmalig. Daher erhielten die Veranstalter 2009 eine Auszeichnung des DFB im Rahmen des Julius-Hirsch-Preises für Menschenwürde und Toleranz. Veranstaltet wird das Sommerfest und Fußballturnier vom Trägerkreis der Religionen. Er umfasst die Evangelische Kirche, Moschee-Gemeinden und die Jüdische Gemeinde. Die Katholische Kirche und die Evangelische Lydiagemeinde kooperieren.