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17.09.2014

„Anstoß zum Dialog“

Foto: Stephan Schütze
Jubel nach der Pokalübergabe durch Oberbürgermeister Ullrich Sierau: Die evangelischen Pfarrer siegten zum fünften Mal über die Imame. Foto: Stephan Schütze

Pfarrer siegen im neunten Fußballspiel der Religionen

Endstand: 4:2. Die evangelischen Pfarrer besiegten die Imame beim Fußballspiel der Religionen im Hoeschpark. Dort hieß es zum neunten Mal „Anstoß zum Dialog“. Was 2006 im WM-Fieber begann, hat mittlerweile Tradition. „Im nächsten Jahr wird das 10-Jährige gefeiert“, versprach Friedrich Stiller, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung und Mitbegründer des Turniers nach der Siegerehrung. Nach neun Spielen steht es jetzt 5:4 für die evangelischen Theologen.

So eindeutig wie das 4:2 war der Spielverlauf nicht. Unter der Leitung des jüdischen Schiedsrichters Vadim Tannenbaum erkämpften ihn die Pfarrer gegen die besser agierenden Imame. Die sieben Feldspieler der Imame fanden jedoch keine Mittel, den evangelischen Torhüter Thomas Weber zu überwinden. Einzig beim 2:1-Anschlusstreffer knapp vor der Pause konnten die Imame einen Abwehrfehler der Pfarrer zum unhaltbaren Treffer nutzen. Das 3:2 der Imame war ein Fehler des gerade eingewechselten evangelischen Ersatztorhüters. Der Ball rutschte ihm aus den Händen. Das nutzte ein muslimischer Spieler und schoss ihm den Ball durch die Beine. Die evangelische Nummer 1, zurück im Spiel, rettete den Vorsprung gegen die anstürmenden Imame.

Fußballbild

Den 54-jährigen Weber qualifiziere wohl sein Amt als offizieller Olympiapfarrer, mutmaßten die Kommentatoren des Spiels. Der Dortmunder Fußballexperte Gerd Kolbe und Stefan Hoffmann von Radio 91.2 kommentierten für die mehr als 300 Zuschauenden launig die zweimal 25 Minuten des Hauptspiels der Theologen .

Zuvor gab es im Hoeschpark ein Kinder- und Jugendturnier und eines zwischen einer muslimischen, einer jüdischen Mannschaft und dem Team der BVB-Fanabteilung. Deutlicher Sieger mit 6:1 gegen die Fanabteilung und 6:0 gegen die muslimische Mannschaft war die jüdische Mannschaft des Sportclubs Makkabi.

Aktuelle Konflikte führten in diesem Jahr dazu, dass das Turnier nicht so unbeschwert wie sonst war. Anschläge auf Synagogen wie in Wuppertal, aber auch auf Moscheen wie in Bielefeld zeigten, dass ein friedliches und fröhliches Miteinander nicht selbstverständlich ist, erklärten der DITIB-Regionalvorsitzende Hüseyin Sag, der Rabbiner Avichai Apel und Ulf Schlüter, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund.

Deshalb, so formulierte es der Trägerkreis der Religionen „ist unser Fußballturnier der Religionen genau das richtige Zeichen“. Die drei Religionsvertreter verlasen vor dem Spiel auch die Dortmunder Selbstverpflichtung.

Rund um die Spiele gab es ein attraktives Rahmenprogramm mit Informationen, dem Pavillon der Religionen, einer Jugendrallye, Kinderschminken und Kinderradio. Dafür sorgten die BVB-Fanabteilung, mondomio!, Radio 91.2, der Luther-Kindergarten, das Multikulturelle Forum e. V. aus Lünen und Emuna sowie das Café Mundial des Informationszentrums 3. Welt. Essen und Getränke boten die muslimische Gemeinde Hörde und die jüdische Gemeinde.

Veranstaltet wird das Sommerfest und Fußballturnier von dem Trägerkreis der Religionen. Er umfasst die Evangelische Kirche, Moscheegemeinden und die Jüdische Gemeinde. Die Katholische Kirche und die Evangelische Lydiagemeinde kooperieren. Schirmherr ist Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

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