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19.06.2017

Winfried Moselewski wird Militärpfarrer in Unna

Foto: Ev. Kirchenkreis Dortmund
„Neu beim Bund“, das gilt ab dem 1. August auch für Pfarrer Winfried Moselewski. Foto: Ev. Kirchenkreis Dortmund

Chance und Aufgabe

Lange Jahre war er Gemeindepfarrer. Und das war Winfried Moselewski auch gerne. Doch jetzt will er sich verändern. Aus dem bisherigen Pfarrer der Kirchengemeinde Horstmar-Preussen wird ein Militärpfarrer, genauer: Moselewski wird Leiter des Militärpfarramts Unna. Am 1. August tritt er seinen Dienst an.

Dann arbeitet er fünf Tage in der Woche in der „Glückauf Kaserne“ (Unna) und in der „Westfalen Kaserne“ (Ahlen). Warum ausgerechnet Militärpfarrer?  „Nur die Gemeinde zu wechseln wäre nicht mein Ding gewesen.“  Deshalb wollte er etwas ganz anders tun. „Aber Militärseelsorger, das konnte ich mir zunächst gar nicht vorstellen.“

Als er 16 Jahr alt war, so erzählt er, „war ich bei jedem Tag der Offenen Tür in der Panzerkaserne.“ Zwei  Jahre später hat er den Kriegsdienst verweigert. „Mir war klar, eine Waffe in die Hand zu nehmen um auf andere zu schießen – das geht gar nicht.“

Doch Ende des letzten Jahres hatte er auf der Landessynode ein langes Gespräch mit dem Militärdekan gehabt. Ein langes und gutes Gespräch. Denn jetzt bezeichnet Moselewski es als „Türöffner“ in seinen neuen Arbeitsbereich.

Bestärkt wurde er dabei von einem Schnuppertag  in der Kaserne im Januar. „Beim Militär bin ich zu 100 Prozent Seelsorger und Berater.“  Und nur er – nicht etwa der psychosoziale Dienst – hat eine vollständige Schweigepflicht. Er vertritt dann Kirche in der Arbeitswelt, auch wenn es eine besondere Welt ist.

Doch das ist es, was ihn reizt.  „Wir als Kirche“, erzählt er, „müssen dorthin gehen, wo wir nicht mehr präsent sind.“ Deshalb sieht er seinen seelsorgerlichen Dienst bei der Bundeswehr als „Chance und als Aufgabe“ an.

Es freut ihn, dass er mit offenen Armen aufgenommen wurde. „Mein Bewerbungsgespräch war nach fünf Minuten schon das Einstellungsgespräch.“ Klar ist ihm, dass er noch „einiges lernen muss“. „Alleine Struktur und Umgangsform beim Militär sind mir natürlich nicht geläufig.“

Moselewski ist dann Bundesbeamter auf Zeit. Dennoch ist sein oberster Chef nicht die Verteidigungsministerin, sondern der Militärbischof. Und er wird auch der einzige sein, „der ohne Dienstweg direkt beim Kommandeur auf der Matte stehen kann.“

Seine ersten Termine hat er übrigens schon: Ende August leitet er eine Motorradrüstzeit „auf den Spuren Luthers“. Und zwei Wochen später eine Vater-Kind-Rüstzeit.

Moselewski bleibt mit seiner Familie in Lünen wohnen. Sein tatsächliches Dienstende in der Gemeinde ist am 12. Juli – dann geht er in Urlaub. Offiziell verabschiedet er sich von seiner Gemeinde am 1. Oktober.


Moselewski ist in Iserlohn geboren und hat in Münster und Heidelberg Theologie studiert. Nach seinem Vikariat im Dortmunder Westen war er in Lütgendortmund Pastor im Hilfsdienst. Seit 1993 ist er Pfarrer der Kirchengemeinde Lünen-Horstmar, jetzt Horstmar-Preußen. Im November 2009 wählte ihn die Synode des damaligen Kirchenkreises Lünen zum Superintendenten. Der verheiratete Vater von zwei Mädchen hatte dieses Amt bis zur Vereinigung mit den Dortmunder Kirchenkreisen Anfang 2014 inne.

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