Evangelischer Kirchenkreis Dortmund

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24.04.2015

"Wir ALLE sind Dortmund"

Foto: Stephan Schütze
Ende April starteten die Stadt und die abrahamitischen Religionsgemeinschaften die Kampagne „Wir ALLE sind Dortmund“. Foto: Stephan Schütze

Stadt und Religionsgemeinschaften starten Kampagne

Mit dem Aufruf und der Kampagne „Wir ALLE sind Dortmund“ wollen die Stadt Dortmund, die Evangelische Kirche, die Katholische Kirche, der Rat der muslimischen Gemeinden und die Jüdische Kultusgemeinde ein deutliches Zeichen setzen gegen Fremdenhass, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.

Schon zum Start der Kampagne Ende April hatten sich mehr als 50 Organisationen und Einzelpersonen der Initiative angeschlossen. Mit Plakaten, Postkarten, Veranstaltungen und einer Seite im Internet wollen die Initiatoren und Unterzeichner „das friedliche Zusammenleben in der Stadt über alle gesellschaftlichen und religiösen Unterschiede hinweg stärken“.

Das Friedenspotenzial der Religionsgemeinschaften sei dabei das starke verbindende Element, so die Initiatoren. Sie rufen Dortmunder Organisationen, Vereine, Verbände und Bürgerinnen und Bürger auf sich an der Aktion zu beteiligen.

Auslöser der Kampagnenplanung war im Februar ein Drohbrief gegen die Moschee in der Kielstraße. Adem Sönmez vom Rat der muslimischen Gemeinden organisierte ein erstes Treffen, das in eine andauernde Beratung führte. „Es begann mit dem gemeinsamen Austausch, wie die internationalen Ereignisse auf die Stadtgesellschaft wirken“, erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Ziel war eine gemeinsame Friedensbotschaft und die Verurteilung der Ereignisse, die das Miteinander der Kulturen und Religionen auch in Dortmund belasten; darunter die Morde in Paris, die Gräueltaten des Islamischen Staats, die Gefahren des Salafismus´ bis zu den antiislamischen Bewegungen in Deutschland. „Wir wollen trotz Unterschiede auf Gemeinsamkeiten achten und aufeinander zu gehen“, versicherte Sierau. „Nur so können wir Schwierigkeiten regeln“.

„Wir unterstützen jeden, der gegen Islamfeindlichkeit und Antisemitismus kämpft“, erklärte Zwi Rappoport von der Jüdischen Kultusgemeinde. Es gehe darum, zu zeigen, das Dortmund bunt ist. Superintendent Ulf Schlüter lädt alle ein mitzumachen: „Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren“. Denn Religion sei recht verstanden die Erkenntnis: „Ich bin nicht das Maß der Dinge“. Die Tradition des gemeinsamen Miteinanders hat in Dortmund eine lange Tradition erinnerte Thomas Renneke, Islambeauftragter der Katholischen Stadtkirche.

Auch für Ahmad Aweimer, Sprecher des Rates der muslimischen Gemeinden, ist der interreligiöse Dialog das beste Mittel gegen Intoleranz. „Denn wir leben nicht außerhalb der Gesellschaft, wir sind mittendrin“, erinnerte er. „Für uns ist Dortmund Heimat geworden“. Dem Extremismus in den eigenen Reihen erteilte er eine deutliche Absage.

„Am liebsten würde ich in jeder Straße mindestens ein Plakat hängen sehen“, wünscht sich der Sprecher des Dialogkreises der Abrahamsreligionen Friedrich Stiller. Deshalb bittet er alle Bürgerinnen und Bürger, Geschäfte, Schulen, Kirchengemeinden und Organisationen das Plakat aufzuhängen. Es gehe ums Zeigen und Erkennen „Da ist schon wieder wer, der sagt ´Wir ALLE sind Dortmund´.“

Eine weitere Aktion im Rahmen der Kampagne ist die Feier des zehnten Interreligiösen Fußballspiels Anfang September. Diesmal soll es internationalen Charakter bekommen, denn die Veranstalter wünschen sich den Einzug von Vertretern der 185 Nationen, die in Dortmund leben. Außerdem wird es eine Konferenz geben unter dem Motto „Verschiedenheit und Zusammenhalt“. Ein Referent ist der ehemalige EKD-Ratsvorsitzenden Präses a. D. Nikolaus Schneider.

Die Plakate, Postkarten und Aufkleber zur Kampagne können unter anderem beim Evangelischen Kirchenkreis Dortmund angefordert oder im reinoldiforum, dem Informationszentrum der Ev. Kirche, an der St. Reinoldi-Kirche abgeholt werden.

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