Evangelischer Kirchenkreis Dortmund

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17.07.2017

In ihrem Anderssein angenommen werden

Foto: Stephan Schütze
Drei Jubiläen in Huckarde: 150 Jahre Bethel in Bielefeld, 15 Jahre Haus Oberfeld, fünf Jahre Intensiv-Unterstützungsangebot. Foto: Stephan Schütze

Haus Oberfeld feiert Jubiläum

Mit einem Festgottesdienst in der Versöhnungskirche beging Anfang Juli das Haus Oberfeld gleich drei Jubiläen: 150 Jahre Bethel in Bielefeld, 15 Jahre Haus Oberfeld, fünf Jahre Intensiv-Unterstützungsangebot.

„Wie Heiligabend“, merkte Pfarrerin Anne-Kathrin Koppetsch angesichts der gut gefüllten Kirche an. „Es ist auch wie Heiligabend, weil es eine Bescherung geben wird.“ Und tatsächlich wurden die anwesenden Gäste im Laufe des Gottesdienstes beschenkt. Aber dazu später.

Frei zitierte Professor Ingmar Steinhart, Geschäftsführer Bethel.Regional, in seinem Grußwort Friedrich von Bodelschwingh: „Unser Job ist es, niemanden abzuweisen.“ Bei von Bodelschwingh heißt es „ ... und das Ihr mir niemanden abweist.“

Steinhart blickte zurück auf die Anfänge des Hauses Oberfeld. „1999 konnten rund 1.200 Menschen nicht in Dortmund behandelt werden, weil es hier keine entsprechenden Hilfsangebote für sie gab.“ Diese Menschen litten unter einer psychischen Erkrankung, die es ihnen für eine begrenzte Zeit unmöglich machte, mit dem alltäglichen Leben allein zurechtzukommen und die deshalb Unterstützung benötigten. „Sie mussten dazu nach Bielefeld kommen.“

Den geeigneten Standort für eine Betreuung vor Ort fand Bethel in Huckarde in der Oberfeldstraße. Haus und Grundstück gehörten der Evangelischen Kirchengemeinde Huckarde, heute Miriam-Kirchengemeinde.

„Nach dem Verkauf an Bethel wurde bereits am 2. Juni 1999 der Grundstein für das Haus Oberfeld gelegt“, berichtete Steinhart. Dann ging es in rekordverdächtiger Zeit weiter. „Bereits am 15. August 2001 feierten wir Richtfest und am 14. September 2002 Einweihung.“

Seitdem bestehe ein enger, guter Kontakt mit der evangelischen Kirchengemeinde. So habe man schon das Zehnjährige gemeinsam gefeiert. Steinhart bedankte sich ausdrücklich für die Unterstützung, die Bethel in Huckarde von Anfang an erfahren hat. Und er machte auf das jüngste Angebot aufmerksam. Seit fünf Jahren bestehe im Haus Oberfeld zudem ein Angebot für Menschen, die für einen befristeten Zeitraum besonders intensive Betreuung benötigten.

Beschenkt wurden die Gottesdienstbesucher mit sehr persönlichen, berührenden Aussagen der Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Oberfeld zu Psalm 126. „Freiheit bedeutet für mich Arbeit zu haben und eine eigene Wohnung“, sagte einer von ihnen.

Eine Frau sagte, Freiheit sei für sie hinausgehen und einkaufen zu können. Ein weiteres Geschenk war die Aufführung des Volxtheaters mit dem Posaunenchor der Miriam-Kirchengemeinde. „Wie die Träumenden“, lautete der Titel des kurzen Theaterstückes. Die Schauspielerinnen und Schauspieler, alle in schwarz-weiß gekleidet, bewegten sich zur Musik durch den Kirchraum. Ihre einzigen   Requisiten waren unterschiedliche Leitern. Leitern wurden „gebaut“, bestiegen, als Ausguck genutzt und herumgetragen.

Die Fürbitten formulierten Pfarrerin Koppetsch sowie Bewohnerinnen und Bewohner und Mitarbeitende des Hauses Oberfeld. Darin kam immer wieder zum Ausdruck, wie wichtig es ihnen sei, in ihrem Anderssein ohne Vorurteile angenommen zu werden. Sie wünschten sich ein Leben in guter Nachbarschaft und sie möchten teilhaben am Leben um sie herum.

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