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20.01.2015

Jesus hätte die Armut nicht zugelassen

Um Obdachlosigkeit ging es beim Islamseminar im Januar. Der langjährige katholische Obdachlosenseelsorger Alfons Wiegel (4.v.r.) berichtete aus seiner Arbeit. Foto: Stephan Schütze

Islamseminar: der katholische Obdachlosen- seelsorger Alfons Wiegel sprach über sein Engagement

Er habe es immer bedauert, dass die Armen nicht in den Gottesdienst kommen, sagte der katholische Pfarrer Alfons Wiegel. Seine Schlussfolgerung: wenn sie nicht zu uns kommen, dann gehe ich zu ihnen. Wiegel, mittlerweile 80 Jahre alt, hat sich als Seelsorger für die Armen, die Obdachlosen und Ausgegrenzten eingesetzt. Und auch nach seiner Pensionierung vor zehn Jahren hat er damit nicht aufgehört.

Ende Januar sprach Wiegel im Islamseminar über seine Arbeit im „Gasthaus“ auf der Rheinischen Straße und in der Suppenküche Kana,  über sein Engagement als Mitbegründer der Dortmunder Tafel und sein Wirken als Obdachlosenseelsorger.

„Ich wollte etwas tun, damit die Leute eine Wohnung bekommen, damit jeder so viel Hilfe bekommt, wie er braucht. Ich wollte bei den Armen sein, ihnen eine Heimat geben und alle Stellen besuchen, wo sie sich aufhalten: Brückentreff, Heilsarmee, Suppenküche.“

Er schilderte die „Karriere nach unten“, beginnend mit dem Rauswurf aus dem Job und der Arbeitslosigkeit. „Was das bedeutet, zu hören: `wir brauchen dich nicht mehr´.“  Dann der ergebnislose Versuch, eine neue Arbeit zu finden, die Schikanen der ARGE,  vielleicht die Scheidung und der tröstende Griff nach der Flasche.

„Wir machen uns nicht klar, was mit den Seelen dieser Leute geschehen ist. Sie haben kein Selbstbewusstsein mehr, sie kriegen nichts mehr geregelt.“ Es sei ein weiter Weg bis man sich auf den Westenhellweg setze und bettle.

Immer wieder tauchte bei Wiegel die Anklage gerade gegen die Parteien auf, die vorgeben, sozial zu sein. „Dass wir eine Unterschicht haben, ist das Werk der rot-grünen Regierung.“ Und immer wieder zeigte er, dass sein Engagement in seinem christlichen Glauben verwurzelt ist. „Jesus hätte das nicht zugelassen.“

Die wiederkehrende biblische Motivation stieß auf Zustimmung der anwesenden Muslime. Mehr noch: gemeinsam entstand die Idee, einmal jährlich für die Armen und Bedürftigen in einer Moschee ein großes Essen anzubieten. Ahmad Aweimer, Sprecher des Rats der Muslime in Dortmund, könnte sich das gut während des Ramadans vorstellen.

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